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Yard Act - Where's My Utopia?

Cover von Where's My Utopia?
Yard Act
Where's My Utopia?

Label Island
Erstveröffentlichung 01.03.2024
Format LP
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 27,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Zweite LP der Band aus Leeds, die mit ihrem ziemlich großartigem und in Teilen innovativem Debut vor allem in England mächtig abräumte. „Raus aus dem Post Punk-Ghetto“, lese ich, nun ja, das praktizierten sie schon vor 2 Jahren, wenn auch diesmal noch konsequenter, das Album ist eine achterbahnfahrende Wundertüte, auch innerhalb der einzelnen Stücke präsentieren sie vollkommen unberechenbare Konglomerate. Klingen dabei zum Beispiel wie stark heruntergedimmte Sleaford Mods, die wahlweise auf gefühlvollen Indie Pop und punktuelle Streicher (nur kurz, das aber bei fast der Hälfte der Tracks) und R´n´B-Spritzer, oder zeitgenössische Grooves, Soundtrack-Anklänge, Free Rock-Ausbrüche und Hip Hop-Momente treffen. Oder sie zelebrieren einen seltsamen Pop-Modern-R´n´B-Indie Rock-Mix mit Stampf-Faktor, lassen groovenden Post Punk (in abgespeckt) kurzzeitig sehr wild/atonal ausflippen, bringen scharfkantigen Post Punk mit früher Gang Of 4-Schlagseite in den Anarcho-Modus mit knappen Ruhephasen, bei denen die Gitarren ausgeschaltet bleiben. Anderswo wird Spät-80er Hip Hop mit Free Jazz-Gebläse (für Sekunden) und Avantgarde-Post Wave kombiniert, oder eine wilde Mischung aller möglicher 80s-Sounds zwischen schroff, poppig und groovy upgedated, oder heutiger Indie Rock (im Kern) variabel groovend sowie mit vielen Überraschungen ausgestattet. Das ist längst nicht alles, kurze Post Punk-Elemente und starke (Rock- wie „schwarze“) Grooves tauchen öfters auf, u.a. werden Hardcore, No Wave-Splitter oder verdrehter „Psychedelic Jazz“ dazwischen geschossen. Ungeheuer ereignisreich jedenfalls, insgesamt wirken sie auf mich etwas weniger wütend als zuvor, der Sprechgesang ist immer noch ein Markenzeichen, soweit mich meine Erinnerung nicht trügt, gibt es mehr „regulären“ Gesang, hinzu kommen diverse Vokal-Samples (z.T. wohl aus Filmen), die Gitarren sind nicht omnipräsent, dafür aber phasenweise enorm effektiv, die schon angesprochenen Streicher ebenfalls, ab und zu verwenden sie Synthies oder Bläser (punktuell, aber wirkungsvoll). Remi Kabaka von den Gorillaz spielt übrigens eine größere Rolle. (detlev von duhn)

Tracklisting
1. An Illusion<
>2. We Make Hits<
>3. Down By the Stream<
>4. The Undertow<
>5. Dream Job<
>6. Fizzy Fish<
>7.Side B: Petroleum<
>8.When the Laughter Stops<
>9. Grifter’s Grief<
>10. Blackpool Illuminations<
>11. A Vineyard for the North
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