Black Midi: Hellfire - Hilfe
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Black Midi - Hellfire

Cover von Hellfire
Black Midi
Hellfire

Label Rough Trade
Erstveröffentlichung 15.07.2022
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 12,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

22er und 3. LP der immer noch sehr jungen britischen Band, die für so viel Furore gesorgt hat und es immer noch tut, sich hier zudem weiterentwickelt (was, trotz der nach wie vor unglaublichen kontrollierten ungestümen wie enorm präzisen extrem aufregenden und virtuosen Spielweise insgesamt zu mehr ruhigen, harmonischeren Phasen führte). Ultra-agil, ultra-variationsreich, Musik voller schroffer Kontraste, viel Härte, wahnwitzige Power und Energie. Und ihr stilistisches Trommelfeuer sucht seinesgleichen. Das alles führt zu folgenden Ergebnissen: Rasende Läufe, supra-intensive Phasen, plötzliche Breaks, halsbrecherische Rhythmik, ein ständiges Highspeed-Rotieren, zappa-eske komplexeste Arrangements, überkandidelter Prog, (Lounge/Fusion-) Jazz-Spritzer. Kantiger Math Rock, Mars Volta-Anleihen, berstende Kraft in messerscharfe Sounds übersetzt, Prog-Thrash-Metal, kurze Bombast-Einlagen. Eine Prise Sinatra/Scott Walker (Brothers), ziemlich orchestral. Einfallsreiches vielschichtiges höchst multipel rootsiges Songwriting, hoher akustischer Anteil, eine längere friedliche ruhige Passage von becircender Schönheit, atmosphärisch stark! Jazz, Post-Prog, Zappa, teils pathetischer Gesang, Drama. Wirbelnde Streicher, ein hartes bis atonal punktierendes Piano (inklusive jazziger Note), atemlose (spoken) Vocals, Kurt Weill, scharf geschnitten akzentuierende Rhythmen. Aus fantasievollem Singer-Songwriter-Terrain entwickeln sich unberechenbarer Prog Rock, (diesmal geringe) Zappa-Spuren und Brachial-Noise. Als ob King Crimson ihre gewagtesten Sachen ins Heute übertragen würden (Free Jazz-Piano als Zugabe) plus experimenteller 50s-Vaudeville (oder so). So etwas wie hyperventilierender Post-No Wave trifft Math Rock und Post Punk in abgedreht, mitsamt schon angesprochener atemloser Vocals sowie „Crooner-Folk-Roots“. Für all das fahren sie akustische wie elektrische Gitarren, Bläser und Streicher, Synthie und Piano, Pedal Steel und Flöte, Melodica und Akkordeon (?) auf. Ach ja, Fugazi-Parallelen vergaß ich zu erwähnen. Erschlagend. In vollster Konsequenz. Es gibt dermaßen viel zu entdecken, da braucht es mindestens 7,8 Durchgänge. (detlev von duhn)

Tracklisting
1. Hellfire<
>2. Sugar/Tzu<
>3. Eat Man Eat<
>4. Welcome To Hell<
>5. Still<
>6. The Race Is About To Begin<
>7. Dangerous Liaisons<
>8. The Defence<
>9. 27 Questions
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