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Joan Shelley: Like The River Loses The Sea - Hilfe
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Joan Shelley - Like The River Loses The Sea

Cover von Like The River Loses The Sea
Joan Shelley
Like The River Loses The Sea

Label No Quarter
Erstveröffentlichung 30.08.2019
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Unverfälschte, kristallklare, aber auch verletzliche Schönheit, unendliche Weiten, in ihrer unberührten, naturbelassenen Reinheit wenn diese unsere Welt wäre wie ein Shelley-Song, dann würde nicht nur ich den inneren und äußeren Frieden finden. Die reine, reife Anmut der wurzelnahen Weisen der amerikanischen Lied-Schöpferin überwältigt mich bei jedem Wiederhören, zudem gelingt es ihr und ihren gleichzeitig erdigen wie erlesenen, fragilen wie formvollendeten Folk-Kostbarkeiten, mich mit jedem aktuellen Album zu verblüffen, bleibt sie sich doch ganz und gar treu, ohne sich dabei je zu wiederholen. Joan hat die Jahrhunderte ihrer heimatlichen Musiktraditionen bis an deren Wurzeln in sich aufgesogen, so tief, dass sie diese Musik lebt und atmet. Aus diesem Erfahrungsschatz schöpft sie derart naturgegebene, bei aller Beweglicht nachfühlbar fließende Tonfolgen, die man aus alten und ältesten Liedsammlungen entlehnt glaubt, und doch sind die ebenso entdeckenswert frisch wie unendlich vertraut klingenden Melodien sämtlich ganz und gar Joan. Dabei ruft ihre wundervoll weiche, herzwärmende Stimme nicht nur Erinnerungen an vergangene Jahrhunderte hervor, man spürt auch den Geist des New Yorker Folk-Revivals über den Weisen schweben, hört die Harmonieliebe seliger Simon & Garfunkel-Zeiten, empfindet die unverkennbare Nähe zum sanften Schönklang der einzigartigen Rosie Thomas, und fühlt die fragil-filigrane Alternativ-Folk-Welt, die Bonnie Prince Billy uns mit brüchiger Stimme mitten in die Seele sang. Letzterer steht Joan auch gleich zweimal als zart-zerbrechlich agierender Gesangsduett-Partner zur Seite, wie überhaupt die auf den ersten Blick eher knapp bis knappst besetzten Arrangements dennoch an guten Gastnamen nicht sparen, schenken die Jonsdottir-Schwestern schwelgerische Streichermomente, bereichern Cheyenne Mize und Julia Purcell drei Wunderweisen um himmlische Vokal-Harmonien, setzt Produzent und Vielinstrumentalist James Elkington wohlgewählte Glanzlichter mit Piano, Gitarren, dezenter Perkussion, Wurlitzer und Harmonium. Und auch wenn man durchweg spürt, dass St. Joan Herz und Hirn, Heim und Hallen allein mit der leisen, unwiderstehlichen Kraft ihrer Stimme und ihres unaufdringlich wirkungsvollen Akustikgitarrenspiels berühren, bewegen und füllen kann, so sind es auch die einfühlsame Produktion und die beseelt gesetzten Beigaben, die das Album durchweg voll und rund klingen und manche Songuntermalung fast unbemerkt auf Vollband-Begleitung anwachsen lassen, ohne dass die zitternde Zartheit, die zu Herzen gehende Zerbrechlichkeit davon berührt würde. Bewegender kann man amerikanischen Folk nicht darreichen. (cpa)

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