Shake Stew: Heat - Hilfe
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Shake Stew - Heat

Cover von Heat
Shake Stew
Heat

Label Traumton
Erstveröffentlichung 25.03.2022
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Wow. Die fabelhaften Österreicher überraschen und begeistern mit ihrer eminent eigenen und originellen Jazzauffassung ein weiteres Mal, auf höchstmöglicher Ebene.

Im Einzelnen: Beinahe feierlich, ein bischen gar liturgisch anmutende getragene Bläsersätze (sie spielen ja generell mit 2 Saxes und einer Trompete) paaren sich mit bedeutend schnelleren komplex groovenden Beats (die mir bald leicht afrikanisch angelehnt vorkommen), bevor die Bläser solierend und glänzend miteinander kommunizierend das Tempo übernehmen (ein bischen call-and-response-artig phasenweise, auch stark akzentuierend rhythmisiert, anregend und sehr schön!). Eine ähnliche Rhythmik verbindet sich mit perfekt harmonisierenden melodisch reizvollen Bläserarrangements, die zudem auch hier wieder eine extrem attraktive doch bestens variierende stellenweise repetitiv erzeugte rhythmische Komponente einbringen (genau wie ihre beiden Bässe), kurzzeitig quasi um die eigene Achse rotierend. Anschließend werden die afrikanischen Elemente, der polyrhythmische Aspekt noch verstärkt, die Bläsergestaltung etwas „offener“, ganz punktuell freier, zugleich atmosphärischer, noch melodischer (klasse!). Eine Prise Ethio-Jazz, ein Hauch Latin, Poly-Grooves und melancholische Untertöne werden schon fast catchy miteinander verwoben. Aus sanfter Poesie wird ein relaxter lässiger Groove entwickelt, eine Spur World Music-Jazz, leichtfüßige Unbeschwertheit integriert, zwischendurch (und besonders zum Schluß) hochgepitchte brillante Post Bop-ähnliche-Flashes eingespritzt, in, ich wiederhole mich, ungeheuer melodischer Weise. Letzteres gilt ohne Abstriche auch in einem sehr zurückhaltenden stärker traditionsbewußtem Stück, mit Einflüssen der 50er und avancierten 60er, ohne im Mindesten zu kopieren. Anderswo reißen rasanter Drive und Groove samt hypnotischer Ostinati mit, eine dezent rockige Note bildet die Basis für eine manchmal schon berauschte Bläser-Tour de Force, mit repetitiven Themen-Mustern gespickt. Und mittendrin ist da ja noch das 12-minütige Lucidity: Eine unterschwellig spannungsgeladene atmosphärisch gänzlich wundervolle emotional total packende auf kleiner Flamme köchelnde… tja, soll man das Ballade nennen? Die diffizile enorm bewegliche Percussion gibt Halt, afrikanisch infiziert, die Bläser spielen oft laaang ausgehaltene Töne von großer Ausdruckskraft, der Effekt ist suggestiv, hypnotisierend, euphorisierend eine meditativ wirkende Reise durch eine unbekannte Landschaft, Wahnsinn! Allein dieses Stück zwingt mich geradezu, dieses Album zu erwerben.

All das summiert sich zu 70 einfach großartigen (und lustvollen!) Minuten, die mir unendlich viel Spaß machen. Das Zusammenspiel aller Musiker ist grandios, der Ideenreichtum ohne Grenzen, die rhythmische wie melodische Klasse außerordentlich, das Ergebnis phasenweise magisch. Für mich sind sie jetzt endgültig im Kreis der weltbesten Jazz-Bands angelangt (und ich hätte nie gedacht, das mal über eine österreichische Band sagen zu können). (detlev von duhn)

Tracklisting
1. Unmight<
>2. I Am The Bad Wolf<
>3. I Am The Bad Wolf (Outro)<
>4. I Wear My Heart On The Outside<
>5. Heat (Intro)<
>6. Heat<
>7. Lucidity<
>8. Wake Up And Be Gone<
>9. Oh Captain, My Captain! (Intro)<
>10. Oh Captain, My Captain!
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