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GLITTERHOUSE

Bon Iver: i, i - Hilfe
hilfe

Bon Iver - i, i

Cover von i, i
Bon Iver
i, i

Label Jagjaguwar
Erstveröffentlichung 30.08.2019
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Auch optisch ebenso eigensinnig wie dauerhaft gewinnend aufgemacht, bündelt das sinnenverwirrend verspielte 2019er Wunderwerk des eigensinnigen Schönklang-Extremisten die ganze verstörend-phantasievolle Bon Iver-Kunst, alle die wundervollen Widersprüche, die sein bisheriges Schaffen begleiten, tragen und ausmachen und die sich immer erst im Zusammenwirken von Ohr, Hirn und Herz in des Hörers Seele zu finaler, elysischer Einheit zusammenfügen. Auch wenn die 13-Perlen-reiche Kostbarkeiten-Kette sich nicht ganz so der Erstrezeption entgegenstellt wie das Vorgängeralbum 22, A Million, so macht es uns auch die mit Gästen wie Moses Sumney, Bruce Hornsby oder Jenn Wasner (Wye Oak) geschaffene Kuriositäten-Kollektion nicht leicht. Aber der zunächst vorsichtig flackernde Funke aus eigensinniger Elektronik, verspieltem Vielklang, folkloristischem Feinwerk, mehrlagigem Gesang und unendlicher Liebe zur lebenspendenden Harmonie springt alsbald über, und man beginnt, die wahren Tiefen der köstlich viellagig angerichteten Klangteiche zu erkennen. Bon Ivers Wohlklang-Welt hat sich dabei inzwischen zu solcher Einzigartigkeit fortentwickelt, dass die schlichten Vergleichsversuche endgültig ausgehen. Pulsierend-prall buntes Synthesizer-Feuerwerk und unverwässert wurzelnahe Folk-Saitenkunst, seelenvolle Klavierakkorde und mitreißende Perkussionsattacken, erhaben erhebende Bläsersätze, auch rhythmisch anspruchsvolle Melodielinien und nahezu avantgardistische Klangkaskaden, Bright Eyes-gleiche Verletzlichkeit und sakrale Chorharmoniesätze bevölkern und bereichern eine Welt abseits der Klang-Konventionen, und dennoch lebt und liebt der Sanft-Sänger auch die gewöhnlichen Seelenschmeichler, und lässt auch diese ganz und gar in seine Wohlklang-Vision aufgehen. Vielstimmig gereichte Gesangs-Wolken, bei Bedarf von ganzen Chören dargeboten, verleihen dem Werk zwischen den wolkenweichen Elektronik-Palästen einer Imogen Heap und den unendlich fein verwobenen Klangpalästen eines Sufjan Stevens mehr als einen Hauch echten Gospel-Gefühls, sogar der samtsanfte Soul eines Bill Withers ist zwischen den Zeilen spürbar, und nach und nach entfaltet sich die bodenlos tiefe Schönheit, fühlt man die allgegenwärtige Liebe zum wahren Wohlklang, und Bon Iver's unbremsbare Lust am Spiel mit den unendlichen Möglichkeiten der ebenso anspruchs- wie gefühlvollen Schallarchitektur. Ein Kunstwerk, das wiederholte Betrachtung bleibend belohnt. (cpa)

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