White Birch: The Weight Of Spring - Hilfe
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White Birch - The Weight Of Spring

Cover von The Weight Of Spring
White Birch
The Weight Of Spring

Label Glitterhouse Records
Erstveröffentlichung 27.02.2015
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 9,75 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Das Leben, wie es erwacht, und wie es verschwindet. Und die Zeit, die dazwischenliegt. Wenn uns die Beine versagen, und wenn wir uns erinnern an etwas, das noch nicht passiert ist. Als The White Birch das letzte Mal waren, verließen sie kurz vor Mitternacht die Bühne des Off Festivals im polnischen Myslowice. Ein warmer August-Abend im Jahre 2006 bedeutete das Ende nach vier Alben, zwei davon auf Glitterhouse, und 10 Jahren Bandgeschichte. Mit „Star Is Just A Sun“ veröffentlichen The White Birch 2002 ihr Meisterwerk. Das Album war mystisch, es war ruhig, es floss, es verwob Cale mit Drake und Godspeed You Black Emperor. Sie tourten, und immer mehr Menschen erzählten sich von dieser Band. Schnell waren sie nicht mehr „The Norwegian Sigur Ros“, sondern The White Birch. Dann “Come Up For Air”, der Abschied in Polen. Und Wikipedia macht aus “are a band” ein “was a band”. The White Birch aber blieben. In den Herzen und im Kopf von Ola Floettum, der die Band nicht aufgab. Nicht im winterlichen Oslo des Jahres 2008, auch nicht im Sommer 2010, und auch nicht im Frühling 2012. Neun Jahre. Ideen und Lieder kamen und „flogen aus dem Fenster“. Dazwischen passierte das Leben. Wenn The White Birch gerade nicht aktiv waren, und waren sie es überhaupt?, komponierte Floettum Filmmusiken. Jahr für Jahr. Und immer mehr. Er lernte, wie man Bilder verstärkt und erzählte Geschichten. „Neun Jahren lang. Ich verlor meine Mutter, ich gründete meine Familie mit zwei Kindern. Wir fanden ein Haus in Oslo. Und dort, im Keller, nahm ich ein Großteil des Albums auf“, sagt Ola Floettum. Und so übersetzte er diese Spuren der Zeit in Töne, in kaum wahrnehmbare Klangtupfer, „The Weight Of Spring“.Die Welt, wie wir sie sehen. Eine lange Reise. Am Ende siegt die Dunkelheit. „Once I was just a boy with the urge to destroy“ und doch ist der große, alles überlagernde Verlust nur einen Wimpernschlag entfernt. „I did not read these newborn sparks through the wilting trees, I could only see the dark as it came.” Die Welt, wie sie erwacht. Wärme. „I was blind, now I can see“, und, „no more darkened doors“. Und wie sie vergeht. In Schmerz „as the morning dew fell as rain“. The White Birch sind jetzt Ola Floettum. „So viel Freiheit, so viel Raum, und immer diese Zwiegespräche mit mir. Das war nicht einfach“. Ole-Henrik Moe. Komponist, klassisch geschult. Auf „The Weight Of Spring“ an der Violine, an der Viola, an der singenden Säge. Pal Hausken, ein Absolvent der norwegischen Musikakademie mit dem Rhythmus. Moren Barrikmo, wie Hausken Mitglied des Magical Orchestras von Susanna Wallumrod, die hier bei „The Hours“ zu hören ist. Ingrid Olava und immer wieder die Schauspielerin Ellen Dorrit Petersen, Floettums Frau. Ingar Hunskaar, in dessen Biographie sich Namen wie Kings Of Convenience, ST. Thomas, Serena Maneesh und Jaga Jagazzist finden. Ganz am Ende: Grammy-Gewinner Bob Katz, der „The Weight Of Spring“ final ausleuchtet.Werden wir uns in neun Jahren erinnern? Und woran? An Namen? An Instrumente? Daran, woher “The Weight of Spring” kam? Oder an die Orte unseres Ich, an die es uns mitnahm. The White Birch: „The Weight Of Spring“: Die Liebe, wie sie erwacht und doch nichts verändert. „Love will never change the morning sun, love will never change the way the darkness runs.“ - Stephan Uersfeld

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