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Various Artists: Ende Vom Lied: East German Underground Sound 1979-1990 - Hilfe
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Various Artists - Ende Vom Lied: East German Underground Sound 1979-1990

Cover von Ende Vom Lied: East German Underground Sound 1979-1990
Various Artists
Ende Vom Lied: East German Underground Sound 1979-1990

Label Play Loud!
Erstveröffentlichung 27.04.2018
Format 2-LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 37,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Noch eine Perle vom feinen Berliner Play Loud!-Label (Locust Fudge). Diese Compilation erschien als CD bereits 2016 anlässlich einer gleichnamigen Ausstellung im Berliner Gropiusbau, ist jetzt aber endlich auch als dickes Doppel-Vinyl mit drei Bonus-Songs aus den Jahren 87 und 88 (Das Problem, Neuntage alt, Die Frechheit) erhätlich. Der Titel ist Programm, es geht um den DDR-Underground zwischen Punk, Post-Punk, Krach und Avantgarde. Die insgesamt 27 Songs fallen extrem kontrastreich aus, stilistisch gibt es hier nur wenige Grenzen. Als Mittelstandskind der BRD sagen mir auch die Künstlernamen bis auf wenige Ausnahmen (Ornament & Verbrechen, Der Schwarze Kanal, Herbst in Peking) nichts, es gibt hier aber echte Entdeckungen zu machen. Am Stück gehört, ist das Ganze schon ein bisschen anstrengend, aber eben auch herausfordern. Manche Songs können angloamerikanische Vorbilder nicht verleugnen (Cabaret Voltaire, Birthday Party, Wire, Bauhaus), auch von jenseits der Mauer wird geklaut (SYPH, Neubauten), die Mehrzahl der historischen Dokumente (teils auch recht lo-fi) haben aber Witz und Originalität. Manchmal fast hochkulturell theaterhaft, dann aber auch wieder konsequent noisig. Auch mal mit billiger Elektronik produziert, selten auch mit englischen Texten. Insgesamt aber doch sehr eigenwillig, kantig, dadaesk. Meine Favoriten: Planlos exakt zwischen „Computerstaat“ von Abwärts und „Zurück zum Beton“ von Syph (leider in kaputtem Tape-Sound), sowie Sendeschluß mit dominantem Joy-Division Bass-Riff und Sprechgesang, was sowohl an DAF wie auch an Sleaford Mods erinnert. Oder Magdalene Kebel Combo mit schwerem Dub Reggae zwischen Adrian Sherwood und Blind Idiot God. Hier gibt es also reichlich Beute für aufgeschlossene Klangforscher, begleitet von ausführlichen Infos zu Songs und Künstlern. (Joe Whirlypop)

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