Hank Williams Jr.: Rich White Honky Blues - Hilfe
hilfe

Hank Williams Jr. - Rich White Honky Blues

Cover von Rich White Honky Blues
Hank Williams Jr.
Rich White Honky Blues

Label Easy Eye
Erstveröffentlichung 17.06.2022
Format LP
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 24,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Der Sohn von CountryUltra-Legende Hank Williams und selbst ja seit zig Jahren immens erfolgreich in dem Genre unterwegs. Da wird sich mancher wundern über sein neues Album, aber er liebte schon immer den Blues und zelebriert ihn hier doch etwas überraschend in meist absolut purer Form, über die komplette Albumlänge. Und dermaßen gut, daß tatsächlich eines der besten Blues-Alben der letzten Zeit überhaupt herauskam! Dabei hatte er immens kompetente Hilfe: Dan Auerbach produzierte und steuerte (Slide-) Gitarre bei (1x Dobro), die Band besteht aus Kenny Brown (Schützling und Partner von RL Burnside; durchgehend an einer so einfachen wie tollen und effektvollen Slide), Kinney Kimbrough (Sohn von Junior) und Eric Deaton (u.a. für T-Model Ford tätig) alle also mit starken North Mississippi Hill Country Blues-Connections, was natürlich zu hören ist. Mit Ausnahme eines ganz ursprünglichen Country Blues-Stückes (nur mit Ak.-Gitarre), 1 oder 2 Tracks an der Schwelle zum schweren traditionsbewußten Blues Rock, einem Ausflug unter Gospel-Einfluß (mit Piano und Dobro neben E-Gitarre) und einem eher in Roots Rock-Gefilden beheimatetem Stück gibt´s ausschließlich elektrischen Blues in der Tradition der 50er (inklusive Chicago Blues), kraftvoll wie nur was, voller Power, rauh dreckig, kantig, deep, live im Studio eingespielt mit vollem Herzblut aller Beteiligter, zwischendurch als Boogie, wundervoll groovend, und absolut ungekünstelt umgesetzt. Begeisternd! Im Grunde ist vieles einfach elektrifizierter lauter roher unbehauener saftiger Country Blues. Neben ein paar eigenen Songs sind Cover von Lightnin Hopkins (gleich 3), RL Burnside (2x), Muddy Waters, Jimmy Reed, Robert Johnson zu hören. Eine klare Empfehlung! (detlev von duhn)


Mit dem wollte ich bislang eher nichts zu tun haben, denn seine Erfolgsplatten im US-Mainstream-Country fand ich immer arg dröge. Dazu gerierte „Bocephus“ sich gerne als redneckiger Rechtsausleger, der sich an der Erblast seines großen Vaters verhob. Dessen wahrer Nachfolger ist ja bekanntlich Enkel Hank Willams III, ein Countryrocker von echtem Schrot und Korn. Der Junior dagegen in den 80ern ein Suff- und Drogenwrack, auch von privaten Schicksalsschlägen gebeutelt und seit Ewigkeiten keine relavente Musik mehr aufgenommen. Und jetzt das: Black Keys-Mastermind Dan Auerbach bittet ins Studio und lässt den 72-Jährigen statt vierschrötigem Countryrock einfach mal den Blues spielen. Und hol mich der Teufel das kann er auch. Mit rau-verwitterter Stimme, die sogar richtig schwarz klingt. Und der Mann kann richtig gut singen! Dazu hat er eine famose Band im Rücken, mit reichlich Slide und Dobro. Die Grooves sind oft schwerer R&B, teils richtig tanzbar. Die Songs stammen von Willams selbst, lassen sich erstaunlicherweise aber kaum von den hier ebenfalls gecoverten Robert Johnson, Lightnin' Hopkins, R.L. Burnside, Muddy Waters oder Big Joe Turner unterscheiden. Auch das eine andere F-Word geht dem raubeinigen Country-Senior im Blues-Fieber erstaunlich leicht von der Zunge. Womit das Album letztlich ganz ähnlich klingt wie die vor rund zwei Dekaden bei Fat Possum erschienenen Comebacks von legendären Bluesern wie Junior Kimbrough, T-Model Ford und R.L. Burnside. Auch Auerbachs Studio-Cracks rekrutieren sich aus dieser Fat Possum-Ursuppe. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. „Rich White Honky Blues“ ist fetter, erstaunlich schwarzer Blues und Dan Auerbach leistet im Prinzip Ähnliches wie Rick Rubin mit Johnny Cash. Denn so wird auch dem abgetakelten Hank Williams Jr. ein rundum ehrenwertes Comeback ermöglicht. Kann also gut sein, dass das sein 57. Studioalbum sein bislang bestes geworden ist. (Joe Whirlypop)

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