Spoon: Lucifer On The Sofa (PRE-ORDER! vö:11.02.) - Hilfe
hilfe

Spoon - Lucifer On The Sofa (PRE-ORDER! vö:11.02.)

Cover von Lucifer On The Sofa (PRE-ORDER! vö:11.02.)
Spoon
Lucifer On The Sofa (PRE-ORDER! vö:11.02.)

Label Matador
Erstveröffentlichung 11.02.2022
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 12,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Das zehnte Album von Spoon heißt „Lucifer on the Sofa“ und ist der bisher wohl purste Rock'n'Roll-Output der Band. Nach mehr als einer Dekade ist es das erste Album, das die Band in ihrer Heimatstadt Austin aufgenommen hat. Geschrieben und produziert wurden die rohsten und gleichsam auch lautesten Songs von Spoon in den letzten zwei Jahren.

Die erste Single heißt „The Hardest Cut“ und ist ein ungeschliffener, wie klassischer Rock-Song. Denn „Lucifer on the Sofa“ sollte eine Art „back to the basics”-Album mit harten Ecken und Kanten werden. Dabei sind mit „Wild“, „The Devil & Mister Jones“, „On The Radio” und “The Hardest Cut” mindestens vier zukünftige Spoon-Klassiker entstanden.

Während das letzte Spoon Album, “Hot Thoughts” (2017) von Drum-Computern und Synthesizern dominiert wurde, verliebte sich die Band während der dazugehörigen Tour in den rohen und krachigen Bühnensound ihrer Songs. "Ich mochte die Richtung, in die wir mit 'Hot Thoughts' gegangen waren - es hatte einen bestimmten Stil und betrat Neuland für uns - aber wir bemerkten unterwegs immer wieder, dass die Live-Versionen der Songs die Albumversionen übertrafen", sagt Frontmann Britt Daniel. "Und das brachte uns zum Nachdenken: Bei der besten Rockmusik geht es nicht darum, die richtigen Patches zu wählen und Samples zu triggern. Es geht darum, was in einem Raum passiert."

Neue Wege wurden eingeschlagen: Im Herbst 2019 zog Britt Daniel von Los Angeles zurück nach Austin. Einen Monat später folgte ihm Gitarrist und Keyboarder Alex Fischel mit einem Auto, das bis unters Dach mit seinem Equipment beladen war. Der Umzug nach Texas machte aus vielerlei Gründen Sinn: Daniel ist dort geboren und aufgewachsen, Schlagzeuger Jim Eno hat ebenfalls sein Public Hi-Fi-Studio in Austin, was der Band den Luxus ermöglichte, das Album in ihrem eigenen Tempo einzuspielen. Vor allem aber half die Neujustierung der Band, mit dem Sound und Geist der letzten Spoon-Alben zu brechen.

Austin sollte zum Glitch in der Spoon Matrix werden. Die neue, aber dennoch vertraute Umgebung mit seiner jungen und kreativen Szene inspirierte Britt Daniel wie lange nicht mehr. "Wir wollten eine Platte machen, bei der wir eine Szene erleben und aus ihr schöpfen können", sagt Daniel. "Alex und ich konnten den ganzen Tag schreiben, dann zu Dale Watson ins Continental gehen und dann nach Hause kommen und weiter an Songs schreiben.“

"The Hardest Cut" war einer der ersten Songs, den Daniel und Fischel nach ihrer Rückkehr nach Texas schrieben, beeinflusst von ZZ Top, deren Alben sie zu dieser Zeit viel hörten. Darauf folgte mit „Astral Jacket“ eine Ballade, die nach einer Nacht in dem inzwischen geschlossenen Nachtclub Stay Gold in Austin entstand. So entwickelte sich nach und nach ein Album mit Songs, deren Ursprünge sich an vielen Ecken von Daniels Heimatstadt wiederfinden.

In Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Tontechniker Mark Rankin (Adele, Queens of the Stone Age) und unter Mithilfe von Dave Fridmann und Justin Raisen war der Plan der Band einfach: "Ich kam mit ein paar neuen Songs ins Studio, und anstatt sie wie beim letzten Mal aus Fragmenten zu einem Track zusammen zu puzzeln, sagten wir: 'Lasst uns einfach proben'. Wir spielen die Songs so lange live im Studio wieder und wieder, bis sie fertig waren. Und wir machten es mit so wenigen Instrumenten wie möglich."

Auf halbem Weg während der Aufnahmen brach dann die Pandemie aus. Das Studio wurde geschlossen, aber Daniel schrieb weiter. "Es gibt Songs, die ich im letzten Frühjahr 2020 geschrieben habe und auf die ich sonst nicht gekommen wäre“.

Der Titelsong des Albums ist eine Momentaufnahme eines nächtlichen Spaziergangs durch die Innenstadt von Austin während des Lockdowns. Daniel über diesen Abend: "Ich wusste nicht, woher dieses Bild kam, aber es fühlte sich richtig an, diese Vorstellung von Satan, der mit mir auf meiner Couch sitzt und mich anstarrt. Aber nachdem der Song geschrieben war, fand ich heraus, dass der Teufel auf dem Sofa das Schlimmste ist, was aus einem werden kann. Angetrieben von Bitterkeit und geplagt von Selbstzweifeln, kann man schnell zu einem antriebslosen und jammernden Häufchen Elend werden. Es ist also ein Song über den Kampf gegen den inneren Schweinehund und gegen etwas, was man nie werden will. Diesen Konflikt habe ich in einem langen Nachtspaziergang durch die Innenstadt von Austin ausgetragen."

Als die Band im Oktober nach dem Lockdown wieder zusammenkam, hatte Daniel einen Haufen neuer Songs geschrieben, mit denen er seine Bandkollegen im Studio überraschte. Und auch dieser ganz spezielle Geist, der für den Sound dieses Albums noch viel wichtiger als jeder Produzent ist, war sofort wieder da: "Dieses Gefühl, miteinander in einem Raum zu sein, haben wir nach der langen Zeit des Lockdowns nicht als selbstverständlich angesehen", sagt Daniel. "Dieser Moment war ein einmaliges und magisches Gefühl."

“Lucifer on the Sofa” ist der Sound dieses speziellen Moments, ein richtiges Band-Album, dessen Sound wie für die Bühne gemacht ist. In einer Zeit voller Ungewissheit und Wirrungen bedeutet es, dem Teufel, den man kennt, die Tür vor der Nase zuzuschlagen und nicht zurückzuschauen, sondern nach vorne zu blicken.

noch mehr von Spoon