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Bixiga 70: Quebra Cabeca - Hilfe
hilfe

Bixiga 70 - Quebra Cabeca

Cover von Quebra Cabeca
Bixiga 70
Quebra Cabeca

Label Glitterbeat
Erstveröffentlichung 12.10.2018
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 15,75 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

18er, 9-köpfige Gruppe mit 4 Bläsern aus Brasilien. „African-Brazilian Music“ nennt es die Instrumental-Band selbst, genuin brasilianische Musik höre ich auch wenig. Eigentlich klingen sie oft ziemlich eigenständig in ihrer Verknüpfung/Fusion diverser Einflüsse, zugleich voller Grooves und Melodien für Letztere sorgt die Bläsersection, und deren melodischer Gehalt ist beträchtlich, phasenweise so reichhaltig wie bestechend! Die Stücke sind einerseits sehr sorgsam aufgebaut/komponiert, die Bläser häufig wunderbar mehrschichtig verwoben/arrangiert, lassen daneben einigen Raum für Improvisationen (wobei die Gitarre gern nur akzentuiert, das aber kongenial). Zur knappen Hälfte ist ein analoger Synthie dabei, mit einigen auffälligen Szenen, mal punktierend, mal massiver, blubbernd, zischend, sirrend, irrlichternd, sirenenartig, manchmal auch melodisch variierend, wie in den frühen 70ern. Zunächst überwiegt die afrikanische Seite: Die Grooves funky und enorm dicht verzahnt vorwärtspeitschend oder straight klar westlich orientiert (mit famos treibendem Bass), hier ein apart und geschmeidig rollender Beat, dort ein polyrhythmisch komplexer, alles in einem Kontext irgendwo zwischen modernisiertem Highlife und Afro Beat die 70er Ursprünge präsent, doch klar aktualisiert, modifiziert, teils sehr differenziert. Gar mal eine kleine Prise Ethiopiques in der (mächtig attraktiven) Melodik, ein Hauch Latin, kurz eine begeisternde enorme Verdichtung oder extrascharfe Akzente, für Momente Psychedelic-Elemente, in einem Fall mit viel Orgel (die sonst selten vorkommt) und einem jazzigen Trompeten-Solo. Später kommen vermehrt Jazz-Inhalte hinzu, in einem breakreichen Afro-Bläser-Sound abseits gängiger Kategorien (extrem spielfreudig, geradezu lustvoll!). Dann vermindert sich zunehmend der Afro-Anteil, verschwindet teilweise. Dafür tauchen hypnotisch pumpende Beats auf, abziehende wie statisch marschierende, Synthies from outer space, majestätische Bläser-Blöcke, sogar Hard Rock-Riffs, kurz kakophonische Free Jazz-Spritzer, beinahe experimentelle Phasen (rhythmisch klasse vorwärtswirbelnd, vertrackt und superspannend, stärkerer Jazzeinfluß mit nur punktuellen aber tollen afrikanischen Beats), ein hochmelodisches Stück auf schleichenden Sohlen voller Eleganz (Bläser und Gitarre grandios verwoben!) und ein großartiges ruhiges langsames enorm suggestives, zeitweise erhaben wirkend, partiell Psyche-Gitarre. Eine sehr besondere Musik! (dvd)

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