Rezension
Ein erstaunlicher, fast verblüffender Fall: Eigentlich ist die Musikerin aus tennessee als eminent fähige Saxofonistin bekannt, mit Schwerpunkt Free Jazz (von hoher Qualität!), so arbeitete sie mit Hochkarätern wie David Murray, John Zorn, Joey Baron (wurde aber auch von z.B. Iggy Pop als Gast verpflichtet). Hier aber agiert sie als Singer-Songwriterin mit absolut eigener Note. Letzteres trifft auch auf ihre akustische Gitarre zu (die eine wichtige Rolle innehat), hochfrequent, oft ziemlich schroff und intensiv und hart geschlagen, rhythmisch wild hier, diffizil dort, gelegentlich harmonisch gewagt. Letzteres trifft partiell zudem auf ihren Gesang zu, gelegentlich in gewöhnungsbedürftiger Schräglage, zugleich sehr emotional.
Die Songs: Mal genau so (wie eben beschrieben) in agilster bis irgendwie „wackliger“ Solo-Darbietung, überwiegend jedoch relativ entspannt, intelligent und variabel, einfallsreich, rauh-intensiv, scharf wie ziemlich filigran bis gemäßigt flott, mit E-Gitarre (die mehrfach fehlt) und Rhythm Section, Garage-Flair eingeschlossen, phasenweise etwas folkig (zum Beispiel einem John Martyn nicht unähnlich, oder gar wie die rohere Indie Rock-Ausgabe eines Mitt-70er Dylan). Manchmal für einige Zeit mündend in einer Art Psychedelic Folk Rock in „anders“. Hinzu kommen extrem rohe Klänge, samt Noise-Faktor und fast überschnappender verdichteter Emotionalität (höre ich da einen Velvet Underground-Einfluss?). Oder ein geradliniger Riff-Rocker im 90s-Alt.Rock-Modus, beinahe gewalttätig-heavy zwischendurch; ein Avant-Free-Psychedelic-Industrial-Mix (mit originärer Anmutung und dann doch ihrem Saxofon). Sogar Country-Elemente kommen vor, es gab einige Vergleiche mit Big Thief.
Das alles klingt ungeheuer präsent, wach, originell, spannend, energiereich, sporadisch inklusive Sogwirkung. Noch ein Wort zu ihrer Akustikgitarre: Die ist zwar beeinflusst von Leuten wie besagtem Martyn oder anderen avancierten Folkies der späten 60er/70er, besitzt jedoch einen gewissen Wiedererkennungswert. Der Drummer ist übrigens Jim White (Dirty Three, u.a. bei Nick Cave oder Bill Callahan zu hören), die Aufnahmen entstanden live im Studio. Fürwahr außergewöhnlich. (detlev von duhn)
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Herstellerinformationen
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17-19 Alma Road
SW18 1AA London
United Kingdom
Verantwortlich
375 Media GmbH
Schlachthofstr. 36
21079 Hamburg
Deutschland
https://375media.com/
Tracklisting
| 1. OCD< |
| >2. Another Time< |
| >3. Dead End Street< |
| >4. Thousand Years< |
| >5. Southern Soil< |
| >6. Eyes Full< |
| >7. Blueberry Thorn< |
| >8. Emahoy< |
| >9. Weed Eating< |
| >10. Odd Jobs< |
| >11. Child You'll See< |
| >12. PG Tips< |
| >13. Smile With Your Eyes |
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