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Knife In The Water: Cut The Cord - Hilfe
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Knife In The Water - Cut The Cord

Cover von Cut The Cord
Knife In The Water
Cut The Cord

Label Glitterhouse Records
Erstveröffentlichung 01.04.2003
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 6,75 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Die filigranen Schwer-Melancholiker, Geschichten-Schreiber vor dem Herrn, zurück mit ihren finsteren Moritaten. Das dritte Album. So klar wie Polarluft, so weit wie der texanische Westen, so zeitlos wie ...Gott.
Cut The Cord. Es ist, als ob man sich einen Film anschaut, oder durch das Fenster eines fahrenden Autos blickt: man wird an Orte mitgenommen, von denen man nie gedacht hätte, sie selbst zu finden.
Und wahrlich: Ihre stark an visuelle filmische Kraft gebundene Musik ist spirituell den Vorbildern Lynch, Kubrick oder Godard näher als den meisten Rockbands.Knife In The Water’s Songs haben ein eher unterschwellig präsentes natürliches Empfinden für die partiell dunkle Schönheit, die wir in Roy Orbison, Del Shannon oder Rick Nelson´s besten Werken widerfinden. Sie können es leise angehen lassen, Raum und Spannungen ausnutzen um am Höhepunkt zu explodieren, sie verstehen sich auf eine subtile Dynamik, die nie den Song an sich beliebiger Effekthascherei opfern würde.
Knife in the Water bezeichneten ihren Sound schon als „Western Drug Music“ Auf seltsame Art trifft dies zu, weil Inhalte und Sounds die Vorstellungen einer psychedelischen Fahrt durch West Texas nahelegen, ebenso aber auch an Szenarien erinnern, in denen übernächtigte Verzweifelte auf der aussichtslosen Suche nach Hoffnung oder einfach der nächsten Apotheke sind - während sich in vorbeiflackernden Bildern das Mysteriöse im Bewusstsein vertieft.
Von einem „filigranen Meisterwerk“ wusste die Musikwoche bereits anlässlich des KITW-Debüts zu berichten, „schwerelose Grazie“ erkannte David Fricke im US-Rolling Stone, „von unterschwelliger Traurigkeit... wunderschön“ konstatierte gar die Brigitte (!) anlässlich ihres zweiten Werkes „Red River“ - und auch auf Cut The Cord stört kein hedonistisches Brimborium den Blick auf brillante Unaufgeregtheit, die nach wie vor aus ihrer Musik strömt. Weit offene, extrem gefangennehmende Musik. Tiefe, Seele und bizarre Geschichten in überschönem Gewand. Betrachtungen über Sein, Wesen, Leben, Lieben und Tod.
Mehr als von menschlichen Schwächen ist hier von seelischen Abgründen die Rede, selbst in sanft klingenden Passagen lauert das Böse. Immer und überall.
In der Musik von KITW spiegelt sich der abwechslungsreiche Werdegang der einzelnen Band-Mitglieder wider: Sängerin und Keyboarderin Laura Krause etwa spielte in einem Gamelan-Orchester in Indonesien und Bill McCullough studierte mit Jimmy Day, Pedal-Steeler extraordinaire (u.a. Patsy Cline und George Jones). Die Muse von Songwriter und Sänger Aaron Blount wurde durch Birthday Party und Sonic Youth erweckt, ebenso inspirieren liess er sich aber durch die Künstler von Sun and Stax Records.
So ist Cut The Cord ein unverwechselbares Knife In The Water-Album geworden, wären Velvet Underground in Texas aufgewachsen, ihr drittes Album würde wohl so ähnlich klingen.

Tracklisting
1. Village Fireworks <
>2. Kill A Tiger <
>3. The Very Air <
>4. Massacre <
>5. Warped Pearls <
>6. Decoration Day Flood <
>7. Biltmora Children <
>8. Lighthouse To The Blind <
>9. My Skin Would Cover The Waterfront <
>10. Golden Calf Highway
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