Ancient Infinity Orchestra: River Of Light - Hilfe
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Ancient Infinity Orchestra - River Of Light

Cover von River Of Light
Ancient Infinity Orchestra
River Of Light

Label Gondwana
Erstveröffentlichung 01.12.2023
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Schon wieder ein neuer Stern der in den letzten Jahren so mächtig erblühenden englischen Jazz-Szene, diesmal aus Leeds. Innovativ wirkt bei dieser Debut-LP zwar gar nichts, aber die Musik ist herzerwärmend und von großer Schönheit, wozu ein beeindruckend umfangreiches Arsenal an Instrumenten beiträgt: Zwei Saxofone (gelegentlich auch Bass-Klarinette oder Sopran-Sax), eine Oboe, eine Flöte, die Rhythm Section natürlich und ein ordnendes Piano bilden das Grundgerüst, hinzu gesellen sich eher punktuell Cello und Geige, eine Harfe, ein Chor, das Zusammenspielt ist sehr sehr konzentriert! Und der Geist von Pharoah Sanders und John Coltrane unverkennbar. Allerdings nicht in allen Aspekten präsent, denn deren ekstatische/radikale Elemente und Ausbrüche werden fast gänzlich gemieden, die Musik klingt fast komplett eher ruhig, ohne auf freieres Spiel zu verzichten in dann getragener rhythmusloser oft ergötzlich anmutender und bestechend melodischer Form. Viele tief spirituell gefärbte Stücke (10 an der Zahl, für gewöhnlich mittel-lange), im herrlich leichtfüßigen total relaxten Fluss, in einer Art offenem und sehr dezentem (teilweise filigranem) Groove-Format, mehrfach inklusive unaufdringlichen kongenialen Ostinati, phasenweise völlig in sich ruhend und eminent feinfühlig bis vollkommen friedlich, ab und zu kurzzeitig ansatzweise orchestral. Einige Tracks geraten etwas reduzierter/abgespeckter, verzichten gar über weite Strecken auf die Bläser (oder die Drums), der Chor erinnert 2,3-mal ein wenig an Kamasi Washington (jedoch gemäßigter eingesetzt; in einer Nummer verwenden sie eine weibliche Solo-Stimme), die lyrische Note ist nicht selten beträchtlich. „Arc Of The Sun“ überrascht mit dem Einsatz einer chinesischen Zither, die zunächst für einen deutlich fernöstlichen Charakter sorgt (plus Harmonium?!), in meditativ-getragener beinahe festlicher Atmosphäre, ehe die vielstimmige Bläser-Phalanx einsetzt mit auch dunkleren bis ein kleines bisschen dramatischen Farben fabelhaft! Genauso großartig: Der Titeltrack, der zeitweise fast wie in Trance/Zeitlupe erscheint, später freigeistiger sowie leicht melancholisch und stärker in (diesmal non-spiritueller) 60s-Jazz-Tradition verwurzelt, melodisch absolut toll und wunderwunderschön, alles wird aufgefahren, der Chor, Tenor- und Sopran-Sax, Bassklarinette und Flöte und Geige. Zum Schluss wird auch im Titel („Pharoah Sings“) direkt auf Sanders Bezug genommen, allerdings erinnert gerade dort nicht gar so viel an Pharoah, wenn, dann höchstens an den späteren, balladesken, etwas konventionelleren. Klasse Album jedenfalls, bei dem ich mehrfach an Nat Birchall dachte (der momentan bei mir rauf und runter läuft). (detlev von duhn)

Review

Ancient Infinity Orchestra is a 14-member jazz ensemble led by double-bassist and composer Ozzy Moysey, based in the bustling creative city of Leeds in the North of England - home to one of the most innovative and community-based jazz scenes in the UK. Saxophonist Matt Cliffe who also performs with Matthew Halsall is a key member and the rotating line-up which includes drums, two bassists, keyboards, harp, violin, cello, two tenors, alto, oboe, flute and percussion. "Rivers of Light" drinks deep from the well of spiritual jazz and is especially inspired by the soulful sounds of Pharoah Sanders, Alice and John Coltrane but also channels a certain Northern sensibility that can be heard in the music of Matthew Halsall or Alabaster de Plume. Melodic, warm and honest this is music that is happy to wear its heart on its sleeve.

Tracklisting
1. Greeting<
>2. Rejoicing<
>3. Niyama<
>4. Michael & Zelah<
>5. Equanimity<
>6. Spring Break on Trappist-1<
>7. Arc of the Sun<
>8. Love Song<
>9. River of Light<
>10. Pharoah Sings
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