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Lonnie Holley: Mith - Hilfe
hilfe

Lonnie Holley - Mith

Cover von Mith
Lonnie Holley
Mith

Label Jagjaguwar
Erstveröffentlichung 21.09.2018
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

18er. Wow, eine tolle Neuentdeckung (für mich jedenfalls, es ist, mit 68 Jahren, seine 3. LP, seit Ewigkeiten ist er in der Kunstszene aktiv, stellte prominent aus, sogar im White House). Im Zentrum steht seine sofort wiedererkennbare schwarze Stimme, rauh, teils gurgelnd, emotional, mit Tiefe und Souveränität; nicht unbedingt variationsreich, aber klasse, auch, weil er beständig 2 oder 3 Vokal-Linien zusammenspannt, eher einfach oder im komplexeren Verbund, was ganz schön faszinieren kann! Die Begleitung ist z.T. ziemlich spektakulär (v.a. originelles Piano, Bläser, die partiell geradezu gewaltig und/oder abgrundtief klingen, Synthie/Keyboards/Orgel). Mal vereint er (nicht nur) R´n´B- und Jazz-Einfluß, aber unkonventionell, freigeistig (in einer Piano-Ballade, samt feinst umherstreifender Flöte, oder in apartem/attraktivem Rhythmus, der langsam hypnotisch intensiviert wird), mal bildet die Emotionalität des Gesangs einen fesselnden Kontrast zu rhythmuslosen fließenden fast meditativen Klangflächen (keine Ahnung, wie ich das nennen soll spiritueller Ambient Soul??), mal verblüfft ein enorm intensiver Tribal-Avantgarde-Blues-Experimental-Jazz-Mix, mal trifft, stimmgewaltig und roh, freier Avant-R´n´B auf Sun Ra-Flair. Und einige Stücke wirken auch etwas konventioneller, wenn R´n´B-, Gospel- und Pop-Spuren in einem sehr angenehmen relaxten natürlichen Groove verkuppelt werden, oder dezent (tricky) groovender spiritueller Soul Jazz mit Früh-70er-Feeling das Herz erfreut. Viele dieser Tracks laufen so um die 7 Minuten, einer bringt´s auf 18: Man denke sich den Geist des nicht-eruptiven friedvollen flächigen spirituellen Free Jazz der späten 60er/frühen 70er mit R´n´B-Elementen zusammen (und eben den expressiven Vocals), in stetig an- und abschwellendem Fluß, wenig rhythmisiert! Ach ja: An Pharoah Sanders mußte ich sporadisch denken. Auch wenn die Musik eine andere ist. Die Texte: Explizite teils wütende mit sozio-politischem Inhalt sowie naturbezogene/leicht spirituell angehauchte. Mitwirkende: U.a. Laraaji (in den 80s durch seine Zusammenarbeit mit Brian, später Roger Eno bekannt geworden), Jonathan Swift, das Jazz-Duo Nelson Patton, Shahzad Ismaily (Marc Ribot, Colin Stetson, Bonnie Prince Billy, Laurie Anderson etc.). Ich bin begeistert. (dvd)

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