Dry Cleaning: Secret Love - Hilfe
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Dry Cleaning - Secret Love

Cover von Secret Love
Dry Cleaning
Secret Love

Label 4AD
Erstveröffentlichung 09.01.2026
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 21,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Mit Secret Love legt die Londoner Band Dry Cleaning ihr bislang reifstes Werk vor. Das dritte Studioalbum, produziert von Cate Le Bon, ist eine konzentrierte Momentaufnahme der besonderen Chemie zwischen Florence Shaw, Tom Dowse, Nick Buxton und Lewis Maynard. Aus intensiven Sessions in Peckham, Chicago, Dublin und schließlich im Black Box Studio in Frankreich entstand ein Werk, das Vertrauen und Verletzlichkeit ins Zentrum stellt - die Bande zwischen den vier Musiker*innen ebenso wie das fragile Verhältnis zwischen Nähe und Manipulation in der Gesellschaft. Musikalisch schlägt Secret Love eine Brücke zwischen den paranoiden Untertönen des frühen US-Punks, dem coolen Strut der Stones, Stoner-Rock, No-Wave-Experimenten und zarten, fast pastoralen Gitarrenfiguren. Die Stücke atmen gleichermaßen Schärfe und Verspieltheit, immer getragen von Shaws unverwechselbarem Sprechgesang, der präzise auf die dynamischen Soundlandschaften ihrer Band reagiert. Damit knüpft sie an eine Tradition von Spoken-Word-Künstlerinnen wie Laurie Anderson an, erweitert sie aber um eine ganz eigene Mischung aus Absurdität, Empfindsamkeit und lakonischem Humor. Die erste Single "Hit My Head All Day" zeigt exemplarisch, wie Secret Love gesellschaftliche Themen - etwa Desinformation und Einflussnahme - mit persönlicher Unsicherheit und existenzieller Fragilität verknüpft. Doch trotz aller Schwere bleibt das Album von einer spielerischen Offenheit geprägt: Ideen wurden ausprobiert, verworfen, neu zusammengesetzt - bis ein Sound entstand, der gleichzeitig roh, elegant und unerwartet warm klingt. Secret Love ist ein Album über das Vertrauen - in Freundschaften, in Musik, in sich selbst - und über die Risiken, die damit verbunden sind. Es markiert für Dry Cleaning den Schritt zu einer Band, die ihre avantgardistische Energie zu einem unverwechselbaren Ausdruck verdichtet hat.


Unser Rezensent über das Album:
Die Londoner Band (u.a. als Support von Nick Cave unterwegs, bislang produziert von John Parish, nunmehr von Cate Le Bon) wird ja gerne dem Post Punk zugeordnet, das trifft es aber in meinen Ohren nur teilweise, insgesamt jedenfalls, und weniger als bei ihren beiden ersten LPs (dies ist die 3.), die Variationsbreite hat zugenommen. Ihre Sängerin agiert recht gerne im spoken word-Modus, wenngleich ebenfalls nicht mehr ganz so oft, erinnert dabei ab und zu etwas an Laurie Anderson, die Musik ist natürlich eine völlig andere, ein bisschen melodiöser als früher. Oft spielen sie mal sehr mal dezent 80s-beeinflusst, hier deutliche No Wave-Tendenzen samt scharfen/atonalen bis noisigen Gitarren (ziemlich häufig, aber es gibt auch klasse klingende/reizvolle Motive, schroffe/riffende sowieso, nicht selten repetitiv), dort mit funky Grooves (ein wenig in Richtung Früh-80er-Bowie), eine Art „Post Wave-Guitar Rock“ in wirkungsvoll stoisch, was anderswo auch im Wechsel mit eher “süßen“ kurzzeitig Dream Pop-verwandten Parts (in für ihre Verhältnisse recht „bunter“ Instrumentierung) funktioniert, eine zunehmende attraktive Vereinigung der Gitarren mit metallischer Synth-Orgel spricht mich besonders an. Ein erheblich agiler wirkender Track (zugleich lockerer und rhythmisch variabler, parallel vielfältiger arrangiert) beinhaltet gar Folkelemente, ein anderer bewegt sich in dunklem Ambiente, leicht spooky (die Tasten), gefolgt von rabiat-atonalen Kontrasten, oder sie erinnern an 90er Alt. Rock (etwas sägend-krachend-roh hämmernd). Um mit wesentlich „heutiger“ anmutendem originellem Indie Pop abzuschließen, der eine unterschwellige Sogwirkung ausübt, viel zurückhaltender als sonst. Zwischendurch dachte ich auch mal an The Fall oder Talking Heads in erheblich rauher, ungeschliffener. Jeff Tweedy gastiert übrigens, sporadisch tauchen auch Bläser auf, zwei, drei Mal irgendwie ein leicht psychedelisches Flair (in freilich ungewohntem härterem Kontext). Die Band hat was, definitiv. (detlev von duhn)

Angaben zur Produktsicherheit

Herstellerinformationen
4AD / Beggars UK Ltd.
17-19 Alma Road
SW18 1AA London
Vereinigtes Königreich

Verantwortlich
375 Media GmbH
Schlachthofstr. 36
21079 Hamburg
Deutschland

https://375media.com/

Tracklisting
1. Hit My Head All Day<
>2. Cruise Ship Designer<
>3. My Soul / Half Pint<
>4. Secret Love (Concealed in a Drawing of a Boy)<
>5. Let Me Grow and You'll See the Fruit<
>6. Blood<
>7. Evil Evil Idiot<
>8. Rocks<
>9. The Cute Things<
>10. I Need You<
>11. Joy
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