Spiritualized: Everything Was Beautiful - Hilfe
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Spiritualized - Everything Was Beautiful

Cover von Everything Was Beautiful
Spiritualized
Everything Was Beautiful

Label Bella Union
Erstveröffentlichung 22.04.2022
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 17,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

'Everything Was Beautiful' wurde in elf verschiedenen Studios aufgenommen, wobei J Spaceman alias Jason Pierce selber insgesamt 16 verschiedene Instrumente einspielte und sich zudem Unterstützung von diversen Streicher- und Bläsergruppen, Chören, befreundeten Acts wie John Coxon oder auch seiner Tochter Poppy einholte - sodass schlussendlich mehr als 30 Personen am finalen Album beteiligt waren. Das Ergebnis ist eine der am meisten 'live' klingenden Aufnahmen, die Spiritualized seit dem Live At The Royal Albert Hall-Album von 1998 veröffentlicht haben, mit einem Sound der sich von Free Jazz, mit kreischendes Saxophonen und Klarinetten, über improvisierte chaotische Shoegazing-Wellen bis hin zu brodelndem Rock 'n' Roll und verträumten Ambientklängen erstreckt.

Unseren rezensenten beeindruckt das nur wenig:
Spacemen 3 waren und sind eine der wichtigsten Bands im Leben des Rezensenten. Einst noch live erlebt, und bis heute tief beeindruckt vom ganz und gar eigenständigen Sound der Band. Beim Soloprojekt von Jason Pierce fand ich dagegen keinen emotionalen Zugang. Dabei arbeitet er mit Spiritualized seit nun drei Dekaden an einem ebenfalls komplett eigenständigen orchestralen Spacerock der mir wahrscheinlich einfach zu groß gedacht ist. Bei Spacemen 3 gab es noch diese wunderbaren, fast countryesk heruntergestrippten Wunderwerke („Come Down Easy“), bei Spiritualized ging es irgendwann nicht mehr unter Orchester mit Kirchenchor (okay, mit Ausnahmen). Live ist das sicher eine Wucht, aber auch auf der neuen Platte finde ich die Resultate (ebenfalls mit Ausnahmen) nicht wirklich zwingend. Pluspunkte sind das rootsige Songwriting mit Blues-, ja Gospelgrundierung. Hymnenhafte Melodien verdienen durchaus ein orchestrales nein großorchestrales Backing, manchmal wirkt es aber einfach überladen und dadurch zumindest für mich recht pappig. Das Album wurde über längere Zeiträume in elf (!) Studios mit mehr als 30 beteiligten Musikern aufgenommen und so klingt es auch. Streicher, Hörner, Chöre und geschichteter Gitarrennoise belegen wirklich jede Tonspur. Das führt zu teils zu opulenter Klangpracht, wirkt auf mich aber oft auch arg träge und schematisch. Deshalb freue ich mich vor allem über das ganz bescheiden als Blues-Ballade mit schlichter Pedal Steel inszenierte „Crazy“. Dass die heute nicht mehr rezeptpflichtige Medizin wahrhaft erhebende Momente hervorbringt, beweist das Album-Highlight „Best Thing You Never Had“: In diesem deutlich an Spacemen 3 erinnernden Spacerocker treffen nämlich dreckige R&B-Roots auf cineastische Inszenierungspracht. Mit knackigem Gitarrenriff und sattem Drive vor wuchtiger Brass-Power, dazu spacig verblubbert und mit gospeltiefer Chorunterstützung wenn es nur immer so wäre. (Joe Whirlypop)

Tracklisting
1. Always Together With You<
>2. Best Thing You Never Had (The D Song)<
>3. Let It Bleed (For Iggy)<
>4. Crazy<
>5. The Mainline Song<
>6. The A Song (Laid In Your Arms)<
>7. I'm Coming Home Again
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