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Public Image Limited - The Public Image Is Rotten (Career Box ltd. Edition)

Cover von The Public Image Is Rotten (Career Box ltd. Edition)
Public Image Limited
The Public Image Is Rotten (Career Box ltd. Edition)

Label Virgin
Erstveröffentlichung 20.07.2018
Format 6-LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 159,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Man gönnt sich ja sonst nichts diese Band hat ein derart prächtiges Boxset meiner Meinung nach unbedingt verdient. Das letzte Studioalbum war schon überraschend gelungen („What The World Needs Now“) und vor drei Jahren sah ich Lydon & Co. auch auf der Bühne, was durchaus überzeugend war. Musikalisch zwar mit Längen, dafür schlug der sich in erfreulicher Form präsentierende Meister Lydon/Rotten einem vorlauten Besucher die Nase blutig (was natürlich scheiße war). Was ich John Lydon immer hoch anrechne, ist sein konsequenter Neustart nach den schnellen und wilden Sex Pistols-Jahren. Nicht zufällig sind die ehemaligen Mit-Pistols ja entweder tot oder in der Versenkung verschwunden. Lydon hatte eben mehr drauf, kreativ und intellektuell. PIL klingen in meinen Ohren auch heute noch ungemein frisch, die Stilfusion aus Noise, Dub und Disco war damals wie heute frisch und innovativ. Weshalb ich gegenwärtig auch so faszinierende Bands wie Sleaford Mods in klarer PIL-Tradition sehen kann. 40 Jahre sind die ersten PIL-Produktionen jetzt alt, kaum zu glauben. Was ich bei den Briten ebenfalls bewundere, ist ihre Effizienz. Denn die technischen, gesanglichen und produktionstechnischen Voraussetzungen waren 1978 doch limitiert. Die Köpfe dafür aber erfreulich frei. Nicht nur bei Lydon, sondern auch bei seinen Mitstreitern Jah Wobble am Bass und Keith Levene an der Gitarre. Beide extrem eigenständige Musiker mit sehr speziellem und innovativem Sound. Wobble mit tonnenschwerem und doch elastischem Dub-Bass und Levene mit einem flächigen Sägegitarrensound, dem man den Drogenkonsum seines Erzeugers nur selten anhört. Was waren das für Zeiten, als derart unkommerzielle Musik dennoch immer wieder Erfolge in den Charts feiern konnte! Das kiloschwere, opulente Vinyl-Boxset besteht aus sechs Heavyweight-LPs, einem Poster, vier Fotodrucken und einem schweren Hardcover-Buch im LP-Format, randvoll mit collagierten Texten und Fotos aus den britischen Weeklies da kann man sich echt drin verlieren. Dazu gibt es das Album-Masterpiece „Metal Box“ von 1979 als Download mit 24 fetten Wav-Dateien, Originale plus diverse Mixes und Peel Sessions. Die Vinyle sind nach Themen geordnet: Singles, B-Sides, 12-Inch-Mixes, Dance Tracks. Dazu kommt ein ganzes Vinyl mit zehn unveröffentlichten Tracks und Alternative Mixes. Zentraler Song des gesamten Oeuvres ist dann auch nicht die (bis heute frische) Hitsingle „This Is Not A Love Song“, sondern das grandiose „Death Disco“. Die Dub-Mutation von Tschaikowskis Schwanensee-Thema findet sich hier auch gleich in mehreren Versionen. Ein Song für die Ewigkeit und überzeugendes Highlight einer rundum gelungenen Werkschau, die ihren beachtlichen Preis definitiv wert ist. Ganz kleines Manko: neben den „Metal-Box“-Songs hätte man ruhig auch die ganze Box als Download verfügbar machen können. Die Silberling-Version bietet fünf CDs und zwei DVDs (mit Promo-Videos, einem 1988er Live-Konzert in der UdSSR plus BBC-TV-Aufnahmen. Dieser Tage startet übrigens auch die Pil-Doku gleichen Titels in ausgewählten Kinos. Gratulation zum Vierzigsten! (Joe Whirlypop)

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