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Mondo Sangue - Rosso Come La Notte (lim.ed., incl. Poster)

Cover von Rosso Come La Notte (lim.ed., incl. Poster)
Mondo Sangue
Rosso Come La Notte (lim.ed., incl. Poster)

Label All Score
Erstveröffentlichung 26.11.2021
Format LP+DLC
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 27,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Was zunächst wie ein beherztes Fan-Projekt aussah, hat sich mittlerweile zum ausgewachsenen Genre-Ereignis entwickelt. Mondo Sangue legen ihr bereits viertes Album mit liebevollst rekonstruierter Filmmusik aus fernen Dekaden vor. Komponist, Produzent und Multiinstrumentalist Christian Bluthardt lässt zusammen mit Chanteuse extraordinaire Yvy Pop die Herzen von Genre-Aficionados höher schlagen: Seit mittlerweile fünf Jahren drehen die beiden das cineastische Rad der Zeit bis weit in die 70er Jahre zurück dabei hat es ihnen besonders das italienische Genre-Kino und seine ganz eigene Filmmusik-Ästhetik angetan.

Nach einem Ausflug in den Dschungel von „L'Isola dei Dannati“ zum blutigen Kannibalenfilm folgte der Spaghetti-Western „No Place For A Man“. Letztes Jahr dann das bisherige Highlight in Form einer musikalischen B-Film-Hommage an den billigen Science Fiction-Film („VEGA-5“) nicht ironisch gebrochen oder schnöde gecovert, sondern neu erdacht, komponiert und inszeniert. Was dann aber eben genauso klingt, wie damals im Bahnhofskino.

Jetzt ist endlich das vielleicht klassischste italienische Filmgenre dran: Der Giallo ist blutiges Trash-Kino, das dank Regie-Ikonen wie Dario Argento aber auch die Grenzen zur Filmkunst überschritten hat. In der Blütezeit des Giallo (70er und 80er Jahre) war die italienische Progrock-Band Goblin für die besten Scores zuständig, durchaus aber auch mal eingekaufte Rock-Heroen wie Keith Emerson (für Argentos „Inferno“). Christian Bluthardt ist nicht nur ein fundierter Kenner und Sammler von Filmmusik-Preziosen, sondern auch in der Lage, diesen ganz speziellen Sound im Studio wiederauferstehen zu lassen. Er tut dies mit Digitaltechnik, aber auch vielen handgespielten Instrumenten (von Gitarre über Orgel bis zum Glockenspiel). Als Produzent lässt er das Resultat aber immer absolut authentisch „vintage“ klingen. Vokalistin Yvy Pop erweist sich dazu einmal mehr als technisch perfekte, extrem ausdrucksstarke Sängerin, deren enormes Repertoire von satanischem Flüstergesang bis zu blanker Expression reicht selbstredend in perfektem Italienisch und immer wieder mit Gänsehautgarantie. Da darf muss man geradzu an die vokale Morricone-Muse Edda Del'Orso denken. Die musikalische Vielfalt ist frappierend, die Umsetzung virtuos und technisch virtuos. Die Klangfarben stimmen perfekt, von subtil-atmosphärisch über jenseitig-psychedelisch bis zu fulminanten Progrock-Strukturen, teils auch gekonnt orchestriert. Genre-Fans erfreuen sich an pointiert platzierten Referenzen, man kann die Musik aber auch ganz ohne Vorkenntnisse grandios finden. Vielleicht auch wegen prominenten Gaststimmen von Bela B. (Die Ärzte) und Eric Pfeil. Letzerer ist ja auch bekennender Film- und Italien-Fan, hier also die perfekte Besetzung.

Angemessen grandios fällt auch wieder das Artwork aus hier sind wissende Fans am Werk. Wie berechenbar und langweilig klingen dagegen gängige zeitgenössische Hollywood-Scores. (Joe Whirlypop)

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