Suche / Search

 

Keep an eye on...

REPERTOIRE

Anneke Van Giersbergen: Symphonized - Hilfe
hilfe

Anneke Van Giersbergen - Symphonized

Cover von Symphonized
Anneke Van Giersbergen
Symphonized

Label Inside Out
Erstveröffentlichung 15.11.2018
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Normalerweise ist es ein durchaus lebensbereicherndes Unterfangen, einem Musikschaffenden bei seiner Entwicklung von Album zu Album, von Auftritt zu Auftritt zu folgen, gemeinsam mit ihm zu wachsen und ihm dadurch immer näher zu kommen. Ist man aber durch die Ungnade der späten Geburt, durch Ignoranz-implizierte Schwerhörigkeit oder schlicht dumpfe Scheuklappigkeit gezwungen, den Schaffenskatalog rückwärts aufzuarbeiten, so kann das mindestens ebenso bereichernd sein, spannend ist es auf jeden Fall. Zumindest im Fall Van Giersbergen, die ich über die von barocker Eleganz und berückender Emotionalität geprägte Verloren Verleden-Cooperation mit den Isländern von Arstidir kennen- und schlaganfallartig verehren lernen durfte. Mit ihrem jüngsten Album, dem episch-epochalen 2018er Vollwerk Symphonized, hält sie zu meinem und unserem Entdeckerglück selbst Rückschau auf ihr künstlerisch und kreativ bewegtes Leben, allerdings unternimmt sie diese Zeitreise vor heimisch holländischem Konzert-Publikum, ihr zur Seite ein komplettes Symphonie-Orchester, das Dank der einfühlsamen Kunst zweier großartiger Arrangeure die zum Teil höchst heftigen Song-Vorgaben in eine mitreißend neue Musiksprache transferiert. Anstatt die instrumentalen Vorbilder von aggressiven Gitarren-Attacken bis hin zu progressiv-peitschender Perkussion zu imitieren, agiert der mächtigste aller Klangkörper originär als Orchester, schafft bewegende Tonbilder, rauschvolle Klangkaskaden und orgiastische Orkane, um seien unbestrittene Königin auf den wallenden Wogen himmelwärts zu tragen. Und als hätte Anneke zeitlebens nichts anderes gemacht, stellt sie sich dem symphonischen Sturm und fliegt, schwebt, schwimmt auf den tosenden Wellenn dahin, lässt ihr kaum vergleichbare Stimme zwischen Annie Haslam, Ane Brun und Esther Ofarim mal zart verzaubern, mal stählern klar schillern, verführt und betört, schmeichelt und schwelgt, tanzt in wilder Romantik, treibt das dramatische Moment auf den gefühlvollen Gipfel, und trägt die ungemein ohrenfreundlichen Melodien mitten in Hirn, Herz und Seele. Nebenbei gibt sie uns einen Elf-Song-Einblick in ihr bisheriges Werk, streift Solo-Alben, The Gathering-Großtaten, die Gentle Storm-Gemeinschaftsarbeit, mit „When I Am Laid In Earth“ auch das großartige Verloren-Verleden-Opus (hier in der edel-getragenen Vollorchester-Fassung) und mit zwei Vuur-Songs auch ihr jüngstes Metal-Manifest, erinnert mit strahlender Stimme und glänzend aufspielendem Orchester den Alt-Art-Rocker immer wieder an das legendäre Renaissance-Gastspiel in der Carnegie Hall und präsentiert gleich elf unwiderstehliche Gründe, uns nachhaltig auf das Giersbergen-Gesamtwerk einzulassen. Unwiderstehlich mitreißende, opulent-orchestrale Einladung zur eingehenden Werkschau. (cpa)

noch mehr von Anneke Van Giersbergen