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Anna von Hausswolff: Dead Magic - Hilfe
hilfe

Anna von Hausswolff - Dead Magic

Cover von Dead Magic
Anna von Hausswolff
Dead Magic

Label City Slang
Erstveröffentlichung 02.03.2018
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 8,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Noch radikaler, noch konsequenter, noch verstörender, aber auch noch unendlich schöner gibt sich diese Meisterin der majestätisch-mystischen Macht auf ihrem verführerisch verunsicherndem dritten Opus, das die Maßstäbe des Alltags-Musikrezeption auf Dauer verlässt. Zwischen palastartigen Gothic-Kathedralen und verwunschen-überwachsenen Kraut-Kapellen, zwischen nordisch nächtlicher Düsternis und sakralem Segenslicht, zwischen feengleicher Folklore und rüder Rock-Macht entwickelt sich hier in bis zu 16-minütigen, mitunter endlos scheinenden Epen eine Seelen-Tiefe, die desto einzigartigere Spuren hinterlässt, je mehr sich der mutige Lauscher darauf einlässt. Denn wer diesen 50 fulminanten Minuten die Ruhe und Zeit zur Entwicklung schenkt, die die magische Meisterin ihnen zur Entstehung gab, der wird mit königlich-machtvollen Klangkaskaden belohnt werden, zu denen die einfachen Vergleiche fehlen. Stücke, die sich in minutenlanger Langsamkeit zur finalen Fülle ausformen, aggressive Klangattacken und salbende Samt-Momente, eine Stimme, die bei einer mystisch-märchenhaften Bandbreite von einlullender Elfe bis zur hektischen Hexe als Personalunion von Kate Bush und den Bulgarian Voices schillert, und ein Rock-Instrumentarium, bei dem polterndes Schlagwerk, ergreifende Gitarren und vor allem die Orgel als wahre Königin aller Instrumente im Auge des Gefühlssturms thront und agiert. Als Gothic-Ausgabe einer samt-schmeichelnden Lana Del Rey herrscht Anna über einen wogenden Ozean aus hypnotisierender Kontemplation, aufreibender Wucht und ausufernden Instrumentalpassagen (bis hin zu einem Orgel-Instrumental als friedensspendendem Ruhepunkt), um sie herum tost ein Sturm aus keyboardgetragener Pink Floyd-Theatralik, schwerfälliger Krautrock-Kraft, gloriosen Engelschören und Klaus Schulze-gleichen Klang-Teppichen, zwischen Wagner und Wakeman, ritueller Gregorianik und reizvollem Gothic-Feentum entsteht bei intensivem Eintauchen ein bedrohlich-düsterer, bei allem dunklen Dräuen aber eigen-/einzigartig verführerisch wirkender Klang-Ozean, dessen Sog unwiderstehlich ist. (cpa)

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