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Caspian Sea Monster: Caspian Sea Monster - Hilfe
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Caspian Sea Monster - Caspian Sea Monster

Cover von Caspian Sea Monster
Caspian Sea Monster
Caspian Sea Monster

Label Stargazer
Erstveröffentlichung 23.06.2017
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 23,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Die finale Vereinigung von phantasievollem Post Rock und klassischem Progressive kommt aus Chemnitz und begann als Nebenprodukt verschiedener heimischer Bands, weil man ohnehin denselben Gruppen-Übungsraum teilte. Vergleicht man die nackte Beschreibung der Anfänge mit der überwältigenden Wirkung des nahezu epochalen Debutwerks, das nunmehr seit Monaten meine Ohren erfüllt, das Gefühl belebt und die Sinne erweitert, so mögen Welten dazwischen liegen aber womöglich ist genau das die Basis der Faszination dieses kongenial-kreativen Quartetts. Denn verzeiht mir bitte meine arrogante Ignoranz aber mit meinem landläufigen Chemnitz-Bild hat dieser kosmosgleiche Klangkörper kaum etwas gemein, hier ist alles weit, ausschweifend und von geradezu ungebändigter Phantasiefülle beseelt. Unter mal feinfühlig-verletzlicher, mal eruptiv-emotionaler Vokalführung, die vehement die tragischen Tiefen zwischen Bonnie Prince Billy, Thom Yorke und Conor Oberst durchmisst und auslotet, wird hier das Tor zu unendlichen progressiven Weiten aufgestoßen, werden die Grenzen zwischen inspiriertem Independent Rock und gelebter Kraut-Vergangenheit, klassischem Progressive- und aktuellem Art-Rock eingerissen, um etwas Neues, Großes, unwiderstehlich Mitreißendes zu erschaffen. Zwischen Keyboard-Kaskaden, ungemein farb- und druckvollem Schlagwerk und mal fein verwobenen, mal beherzt verzerrten Saiten-Gebilden entwickeln sich artistisch ausgelebte Instrumental-Passagen, die nicht selten in überwältigenden Klangrausch-Attacken gipfeln, während feinst verzahnte Zart-Gewebe immer wieder für die erlösenden Entspannungsinseln sorgen. In den ausgedehnten Klangfeldern dazwischen begegnet man kunstvoller Talk Talk-Tristesse und geballter Progressive-Macht, dezent unterkühlter Wave-Ästhetik und nervenzerrender Radiohead-Intensität, Dakota Suite-Depression und von 16 Horsepower-Sendungsgeist beflügeltem Wüstenwind, aufgelöster Tangerine Dream-Elektronik und euphorischen Rauschmomenten von Constellation-gleichem Ausmaß (und im Hidden Track-Bereich gar praller Punk-Energie). Die ausschweifenden Epen verzichten dabei auf gewöhnliche Song-Gerüste, sondern füllen den Raum zwischen den Grenzen mit Wucht, Wut, Lust und Leben, erschaffen Orkan-umstürmte Klang-Ozeane von unendlicher Tiefe, die zum final-verheißungsvollen Tauchgang laden. Eine umfassende Post-/Prog-Rock-Überraschung, der Wirkung die Zeit überdauert. (cpa)

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