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Al DeLoner: Blues Finest - Hilfe
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Al DeLoner - Blues Finest

Cover von Blues Finest
Al DeLoner
Blues Finest

Label Pepper Cake
Erstveröffentlichung 15.02.2019
Format 2-CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 11,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Volume 1 der Peppercake-Reissue-Reihe der ausgesuchten Al DeLoner-Werke bietet die ersten beiden Alben-Alleingänge des musikalischen Midnight Choir-Meisters, das weitestgehend ohne fremdes Zutun realisierte 2005er Debüt The Message Is Joy und der in Gruppenstärke (mit prominenten Gästen) eingespielte Zweitling Flora In The Darkroom (von 2006).

The Message Is Joy:
Skandinavischer Direkt-Import. Für alle die es nicht wissen, Al DeLoner ist der Mann hinter den Songs von Midnight Choir. Vocals und das Spotlight überließ er Paal Flaata, aber die unnachahmlichen Stücke der großen norwegischen Melancholiker stammen alle von ihm. Nach dem Split seiner Band kommt Al jetzt mit diesem wunderschön aufgemachten Album, die CD im Digipack, mit allen Texten im Booklet, die LP in 180 Gramm Vinyl und edlem Klappcover (auch mit Texten).Was ab dem ersten Ton überrascht, ist, dass Al wirklich singen kann. Natürlich hat er ein ganz anders geartetes Organ als Paal, aber spätestens ab Track 3 denkt man darüber gar nicht mehr nach, denn Al's Vocals transportieren den Geist seiner Songs perfekt, sind ebenso wie diese von großer emotionaler Tiefe. Überhaupt ist „The Mess Age Is Joy“ ein beeindruckendes, katarthisches Werk. Eine leise Platte, nicht zum Nebenbei-Hören. Gefordert ist Zeit und Muße und man wird belohnt werden; acht nahezu ausschließlich mit Stimme und akustischer Gitarre arrangierte Songs, die aufgrund ihrer Qualität mehr als nur tragfähig sind. Spärlich akzentuiert mit gelegentlichen E-Piano, Harp oder E-Gitarren-Tupfern, fast gänzlich ohne Percussion auskommend bauen sich die Tracks (deren kürzester immerhin mit 4:22 zu Buche schlägt) zu einem intensiven Ganzen auf. Die autobiographisch geprägten Geschichten sind eher trauriger Natur, driften aber trotz Zeilen wie „Take My Pain Away“ nie ins jammernde/hadernde ab. Überhaupt beeindruckt die (tragische) Größe, das Kämpferische in Al's Songs und Haltung. Eine intensives, berührendes, aber gleichzeitig Mut machendes Album. Chapeau!
„Al DeLoner's songs are filled with slow beauty, frustration, defiance, certainty, self-laceration, religion (lost and found), demons (public and private), and angels (resurrected and fallen). The Mess Age Is Joy is the sound of real life.” (Chris Eckman)


Flora In The Darkroom:
Der heute im Berliner Exil lebende Komponist, Texter und Gitarrist der aufgelösten norwegischen Melancholie-Großmeister Midnight Choir mit dem zweiten Album unter seinem Namen. War der Vorgänger „The Mess Age Is Joy“ eine leise, spärlich instrumentierte und solo von ihm eingespielte introspektive Reise mit kathartischer Zielsetzung und Wirkung, so ist „Flora In The Darkroom“ von ähnlicher emotionaler Tiefe, allerdings mit weit umfassenderem thematischem und musikalischem Spektrum. Damit konfrontiert, nicht nur - wie bei Midnight Choir - im Hintergrund die musikalischen Fäden zu spinnen, sondern seine kultiviert morbiden Werke auch im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit präsentieren zu müssen, ist DeLoner mehr denn je die Kraft seiner Kompositionen anzumerken. Seine Stimme transportiert Seelenpein, seine Songs finden ihre Sujets in menschlichen Abgründen, in Enttäuschung, aber letztlich und das ist neu - auch in Hoffnung. Im Vergleich zu „The Mess Age...“ sind die Songs extrovertierter, die Welt wahrnehmend und in Stories reflektierend, fülliger und abwechslungsreicher ist die musikalische Umsetzung. Was nicht nur an der Wahl der Mittel liegt. Al DeLoner scheint mit sich im Reinen zu sein. Er hat seine Lebensumstände geändert, lässt seinen nach wie vor scharfen Blick auf die Dinge durch souveräne Milde weniger verbissen scheinen. versteht sich auch mit neuer Band nach wie vor auf dunklen, betörenden Kammer-Rock, der jedoch auch eine Gelassenheit transportiert, die DeLoners oft gepresstem, getrieben wirkendem Gesang aufs schönste kontrastiert. Überhaupt: Hier ist liedschreiberische und instrumentale Vielschichtigkeit zu bewundern, in klaren aber vor Ideen und Details strotzenden Arrangements. Die deutschen Mitmusiker verstehen sich auf pointiertes Spiel, kurze Gastauftritte haben außerdem Joseph Parsons und Adam Sky (Adamski). Ein Höhepunkt des Albums ist „Wake Me Up“, das DeLoner und Nikki Sudden zusammen schrieben und einspielten - eine der letzten Aufnahmen Nikkis vor seinem Tod. Klasse Album, ohne wenn und aber. (cpa)

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