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Springtime - Springtime (lim.ed. Clear Vinyl)

Cover von Springtime (lim.ed. Clear Vinyl)
Springtime
Springtime (lim.ed. Clear Vinyl)

Label Joyful Noise
Erstveröffentlichung 18.03.2022
Format LP
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 21,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

21er Debut, neue australische Band von Gareth Liddiard (ex-Leader der heiß geliebten Drones), Jim White (Dirty Three etc.) und Chris Abrahams (The Necks), also lauter für das außergewöhnliche bürgende Leute. Schon der tolle emotionale sofort wiedererkennbare geradezu originäre Gesang packt mich sofort, immer noch, ob gefühlvoll (und sporadisch ein bischen zerbrechlich) bzw. verzweifelt oder voller Power. 7 Songs, alle über 5 Minuten. Die LP startet mit ausgezeichnetem Rock eigener Art, ein beständiger gleichmäßiger geiler Gitarren-Malstrom von hoher Dichte prägt das Klangbild, Noise-Spuren sind voll integriert im Gesamtsound. Dann kommt ein großer balladesker Block: Zunächst eine Piano-Ballade mit gezielten sparsamen durchdachten feinen Gitarren-Einwürfen, unter der Oberfläche ein gewisses jazziges Flair. Was auch, teilweise verstärkt, für 3 weitere Balladen gilt, wunderbar lose und freisinnig, wobei 1x die Gitarre eine zunehmend größer werdende Rolle einnimmt, teils noisy inkl. Avantgarde-Elementen (ein bischen New York ca. 1980, „No Wave auf balladesker Songwriter-Ebene“ oder so), eine Orgel ersetzt irgendwann das Piano, bevor Intensität und Dichte gewaltig anziehen, quasi eskalieren. Während die folgenden Tracks, genau so offen und lose gehalten und beinahe in Zeitlupe, ganz auf den Gesang konzentriert sind und rhythmische Strukturen phasenweise auflösen, Piano und Gitarren (1x auch Orgel) punktieren, in einem Fall sticht die Gitarre in 2 wilden Noise-Soli für eine Zeit in ein Wespennest (die Drums steigen darauf ein), der Charakter ändert sich vollkommen Richtung Free Rock/Jazz völlig individueller Art irgendwie wirkt das partiell wie ein spirituell aufgeladenes leises Jazz-Stück, nur außerhalb des Jazz-Genres. Tief berührend! Eine weitere „konventionellere“ Ballade, live eingespielt, stammt von Will Oldham (freilich auch hier nicht ohne den einen oder anderen extravaganten Gitarreneinschub, mal herrlich verzerrt, fast heavy, oder kurz splitternd). Sehr deep, sehr klasse! Als Abschluß dient der mit 9 Min. längste Track, der sich von bedächtigen Anfängen zu einem langsameren immens intensiven gitarristisch teils britzelnden ausfransenden ja ausflippenden Rock-Song von hoher Emotionalität und Qualität entwickelt, melodisch bestechend, mündend in freiem hochgeputschtem Inferno. Das Piano agiert dazu wiederum jazzbeeinflußt (super!), ein paar Electronics gesellen sich hinzu. Exquisites Album, klare Empfehlung! (detlev von duhn)

Review

As the world continues to plunge into a fiery blaze of calamity, the Southern Hemisphere's air warms, its leaves glow green, and the damp earth jolts awake. Springtime is coming to Australia, and it will be ushered in by three sonic shamans who are no strangers to our ears. Gareth Liddiard (Tropical Fuck Storm / The Drones), Jim White (Dirty Three / Xylouris White) and Chris Abrahams (The Necks) are Springtime _ a new endeavor that is as much a tonal experiment as it is a meditation on modern-day absurdity. Springtime's self-titled debut combines free jazz, poignant lyricism crafted alongside renowned Irish poet Ian Duhig - aka Gareth Liddiard's uncle - and improvisation to craft austere portraits of a world paralyzed by shellshock. It's as monstrously ravishing as it is clumsy in its elegance. Words run into each other with little regard for one another's injuries. There are sounds which come out of nothingness to wallop and brutalize their fellow sounds. The live recording of Will Oldham's "West Palm Beach" is treated with love and respect and would certainly be met with open arms by its author. Across the span of seven tracks, Liddiard incants with wild-eyed fury as White and Abrahams lay down stuttering strings, fizzling electronics, and feathery piano melodies. It is within these raving abstractions that one may find an answer to the enduring question, "What fresh hell will this new season bring?"