Circuit Des Yeux: -IO- - Hilfe
hilfe

Circuit Des Yeux - -IO-

Cover von -IO-
Circuit Des Yeux
-IO-

Label Matador
Erstveröffentlichung 22.10.2021
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 12,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Haley Fohr, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Circuit des Yeux, gehört sicherlich zu den spannendsten und schillerndsten Künstlerinnen der amerikanischen Avantgarde-Musikszene. "-io" ist die aufwändigste und komplexeste Produktion von Circuit Des Yeux, die am Ende beinahe an der Umsetzung zu scheitern drohte. Aufgrund von COVID-Beschränkungen konnte Fohr nur mit sechs anderen Musikern gleichzeitig im Studio aufnehmen. Sie und ihre Mitstreiter, 13 renommierte Musiker aus Chicagos Jazz-, Klassik- und Experimental-Szene, mussten "-io" schließlich Schicht für Schicht aufbauen. Die ganze Arbeit und der Kampf gegen die inneren Dämonen hat sich gelohnt: das neue Circuit De Yeux Werk fühlt sich wie ein künstlerischer Neustart an. Viele Songs handeln von einer Welt, die unter der Klimakatastrophe zu zerbrechen droht; dazu passend die klaustrophobische wie dramatische Grundstimmung der Musik. Das Album besticht nicht nur dank der großen Stimme der Künstlerin, die mal an Diamanda Galas mal an Anna Calvi erinnert, sondern auch durch die fantastischen Arrangements der raumfüllenden Songs. Haley Fohr beweist sich und der Welt, wie in den dunkelsten Stunden strahlende Kunst entstehen kann..

Unser Rezensent hört das so:
Gemeinhin der Chicagoer Experimentalszene zugeschlagenen Singer-Songwriterin extraordinaire Haley Fohr, hier schon öfters bejubelt (genauso wie ihr Alter Ego Jackie Lynn kürzlich). Obwohl in gewissem Sinne ihr vielleicht zugänglichstes „konventionellstes“ Album, verzweifle ich schier an einer Beschreibung im Ganzen, fast jedes Stück ist anders, stilistische Kombinationen zuweilen aberwitzig, deshalb einfach mal eine Reihe loser Assoziationen: 2,3 Mal einzelne (nicht dominante!) Elemente von Scott Walker in den 80ern (v.a. Climate Of Hunter), verbunden mit wahlweise zeitgenössischer Klassik + Folk, Post Wave samt Gothic-Spuren + ein Hauch Country inklusive beständiger rotierender Schleifen, oder Avantgarde Pop mit pochenden Electro-Beats. Orchestraler Repetitiv-Rock mit Wucht, Pathos und Bombast, ELO auf Drogen? Diamanda Galas. Viel viel Drama. Arrangements voller Ideen und Überraschungen, gerne kombiniert sie Streicher mit Orgel, Synthie oder Piano, anderswo Streicher mit Akustik-Gitarren, teilweise auch Bläsern und Piano (13 Musiker sind dabei, aus der Jazz-, Klassik- und Avantgarde-Szene Chicagos). Aufeinandergetürmte Klangschichten/Wände, aber auch leise zarte Momente. Lithurgisch-getragene ein bischen kühl-feierliche Sounds. Alte Folk-Ideen vermischen sich mit moderner (Electro-) Oper bzw. Klassik in ziemlich monumentaler slow motion. So in etwa Cocteau Twins in weiterentwickelt und voluminös modifiziert/verdichtet. Uralter (Broadway-) Pop, Fuzz-Gitarre, Neo-Klassik und Folk-Spuren in phasenweise überwältigender Opulenz. Anklänge an u.a. Ahnoni in ungewöhnlich reduziert. Balladeske Americana-(Pop-)Tendenzen. Und über allem thront diese tolle klassisch ausgebildete Stimme von großem Umfang… Ein unberechenbarer ziemlicher Wahnsinn mit hohem Faszinations-Faktor, eine dicke Spezial-Empfehlung! (detlev von duhn)

noch mehr von Circuit Des Yeux