Richard Dawson & Circle: Henki - Hilfe
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Richard Dawson & Circle - Henki

Cover von Henki
Richard Dawson & Circle
Henki

Label Domino
Erstveröffentlichung 26.11.2021
Format CD
Lieferzeit 4 – 6 Wochen
Preis 14,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Richard Dawson ist der kleine Troubadour aus Newcastle, dessen bewegende Lieder als Ansprachen zur Lage der Nation beschrieben wurden, auch - oder vielleicht gerade - wenn er über vormittelalterliche Bauern singt. Und Circle sind die Genre-übergreifenden Pioniere der New Wave Of Finnish Heavy Metal, die dafür bekannt sind, auf der Bühne Elastan oder tote Fische zu tragen und in einer erfundenen Sprache zu singen. Zusammen sind sie... Richard Dawson & Circle! Ihr episches gemeinsames Album „Henki“ mag für diejenigen, die Dawson vor allem von seinen letzten Soloalben wie „Peasant“ (2017) und „2020“ (2019) kennen, wie eine Abwechslung erscheinen. Tatsächlich fügt sich Henki aber nahtlos in das Gesamtbild zweier Acts ein, die schon immer nach hemmungsloser Originalität gestrebt haben.

Henki ist mit Sicherheit das beste Hypno-Folk-Metal-Album mit Flora-Thematik, das man in diesem Jahr hören wird, und fügt der bemerkenswerten Geschichte beider Bands ein neues, elektrisierendes Kapitel hinzu, das den Beginn einer wunderbaren Partnerschaft markiert. 

Und das meint unser Rezensent:
Der Engländer ist ja eh schon unberechenbar, nun tat er sich mit der hoch eklektischen ganz außergewöhnlichen (und guten!) finnischen Gruppe Circle zusammen (die nicht zuletzt Metal als einen Einfluß angibt). Dawson geht einfach immer weiter, kennt keine Grenzen mehr. Dementsprechend schwer ist das hier zu beschreiben, so viele Stile, Assoziationen, unerwartete Kombinationen… Z.B. eine Zusammenballung von Avant-Pop, einer Prise Prog, intelligentem Metal, Hawkwind, zerfließender Gitarren-Kammermusik. Ein verspieltes verfremdetes/erweitertes Amalgam aus u.a. Robert Wyatt, Ozric Tentacles, Pop, Roots-Avantgarde und Slapp Happy/Henry Cow. Hypnotischer Strange Folk ohne sperrige Querschüsse, aber mit Rückgriffen auf uralte Zeiten (die jedoch nur einen Aspekt darstellen), stoischer Rhythmus, melodisch klasse, Spuren von Alasdair Roberts, James Yorkston, Incredible String Band (alles Schotten, fällt mir auf) enorme Sogwirkung! Geradliniger Emo-Rock origineller Art, später filigrane halb-frei aufgelöste kammermusikalische Klanggespinste in seltsam-geheimnisvoll. Ureigener „Prog-Jam-Rock“, u.a. von Acid-Gitarren und Hard Rock-Elementen durchzogen. Ungewöhnlicher Ethno-angehauchter Rock, mehr oder weniger hart, vollmundig und mit beinahe hymnischen Qualitäten, repetitiv heftig treibend (manchmal geringe Metal-Zusätze) wie getragen, pathetisch und erhaben. Sehr attraktiv sind zudem diverse Vokal-Arrangements samt feinem Falsett, ganz zu schweigen von vielen wunderbaren Melodien, ob unorthodox oder geradlinig. 7 lange Stücke zwischen 6 und 12 Minuten, einige davon absolut exquisit, spezielle Empfehlung! (detlev von duhn)

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