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Santa Lucia: Perse Palaa: Complete Recorded Works (ltd.) - Hilfe
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Santa Lucia - Perse Palaa: Complete Recorded Works (ltd.)

Cover von Perse Palaa: Complete Recorded Works (ltd.)
Santa Lucia
Perse Palaa: Complete Recorded Works (ltd.)

Label Svart Records
Erstveröffentlichung 13.09.2019
Format 3-LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 33,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Kult-Alarm und Hype-Verdacht: die Story dieser Band lässt sich natürlich gut verkaufen. Gründete sich die Band doch anno 1984 im hohen Norden Finnlands und bestand damals ausschließlich aus stachelhaarigen Teenager- Mädchen, die derbe auf Heavy Metal machten. Im skandinavischen Hinterland blühen ja allerlei subkulturelle Nischen, aber bei Santa Lucia frage ich mich ernsthaft, wie eine derart überzeugende Band damals zumindest außerhalb der Landesgrenzen komplett übersehen werden konnte. Echt jetzt. Diese sacklimitierte Vinyl-only- Werkschau von Svart Records mit dem kompletten Schaffen der Girls offenbart erstaunliche Qualitäten. Spieltechnisch haben es Santa Lucia drauf, auch die Produktion der aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragenen 28 Songs ist voll okay. Sängerin Eija “Mape” Morottaja finde ich absolut großartig: intensiv und ausdrucksstark, dazu mit dieser typisch skandinavischen Klarheit in der Stimme gesegnet. Der Charme des Gesangs ist aber auch der in meinen Ohren sehr schönen finnischen Sprache geschuldet, in der hier ausschließlich gesungen wird. Die Vocals lassen die Musik dann am denkbar weit entferntesten Punkt von aggressivem männlichem Gegrowle landen, was ich schon sehr erfrischend finde. Kleine Anklänge an Heart in den mittleren 70ernbringe ich bezüglich der Vocals mal ins Spiel, damit man sich beim Lesen ein bisschen was vorstellen kann. Dass die Intonation manchmal ein wenig wacklig ist, stört mich kein bisschen. Die Keyboards sind auch mal recht penetrant, aber so war das damals in den 80ern, als Hardrocker mit „Jump“ und „The Final Coundown“ charten konnten. Das Genre ist leicht angeprogter Metal, mit Breaks und Tempowechseln und nie in biederen Hauruck-Modus verfallend, den Bands ja gerne pflegen, wenn ihnen Ideen und Spieltechnik abgehen. Santa Lucia entfalten von Anfang an eine ganz eigene Aura, auch sprengen sie gerne mal das einengende Hardrock-Format mit leichten New Wave- und Punk- bis Postpunk-Tendenzen. Hart gerockt wird dennoch (teils fast Speedmetal!) vermutlich das Beste, was man als finnischer Teenager in der Provinz in den 80ern machen konnte. Das Triple-Vinyl dokumentiert alles, was die Band zwischen 1984 und 1992 aufgenommen hat: Das einzige Album „Arktista Hysteriaa”, das nie auf Vinyl erschienene Mini-Album “Neljä Tunnelia Tuonelaan”, sowie diverse Single-Tracks und unveröffentlichte Demos. Sicher ist nicht jeder Song ein Volltreffer, die Qualitätsdichte finde ich aber absolut bewundernswert. (Joe Whirlypop)