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Avett Brothers: True Sadness - Hilfe
hilfe

Avett Brothers - True Sadness

Cover von True Sadness
Avett Brothers
True Sadness

Label Republic
Erstveröffentlichung 24.06.2016
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 8,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Neunter Longplayer der wunderbaren Americana-Band aus Concord, North Carolina. Es beginnt gleich furios mit Funk-Bass und Handclaps zu countryesken Vocals, mit folky Herrenchor und gnadenlos mitsingbar. Tolle erste Single, Country got Soul, yeah! Seth Avett nennt so kontrastreiche Einflüsse wie “Queen, Sister Rosetta Tharpe, Jimmie Rodgers, Tom Petty, Nine Inch Nails, Gillian Welch, Aretha Franklin, Walt Disney, Pink Floyd, Kings of Convenience, Calypso of the 1950’s and Country of the 1930’s” für das Album, das dann auch (mindestens) so gut wie die feinen Vorgänger klingt. Das liegt nicht nur an dieser kristallklaren, expressiven Singstimme, sondern vor allem an der Größe des Songwritings, die The Avett Brothers längst in die erste Liga der Americana-Bands katapultierte. Und natürlich muss auch wieder der Einfluss von Langzeit-Producer Rick Rubin gelobt werden, der hier für zunehmende stilistische Openmindedness sorgt. Auf „True Sadness“ verbinden sich erneut rootsiges Fundament mit unpeinlich hymnischen Melodien, angereichert mal mit Honky Tonk-Piano, mal mit Streichern, gerne auch mal von einer fetten Southern Rock-Gitarre gekrönt. Doch, das ist schon meisterlich, wie hier steinerweichende Vocal-Arrangements (Poco kommen mir mehrfach in den Sinn) mit subtiler Instrumentierung (Banjo, Mandoline, Fiddle) kontrastiert werden. Aber auch kleine Electronics und (leicht) spaciger Prog-Appeal („You Are Mine“) fügt sich hier harmonisch ein. „Satan Pulls The Strings“ hat sogar einen satten, funky Dancebeat, bleibt aber dennoch eine gospelige Country-Nummer (Richtung Alabama 3). „Victims Of Life“ hat einen luftigen Karibik-Groove, „Divorce Separation Blues“ swingt dagegen behaglich daher wie Willie Nelson. Traditionsbewusstsein verbindet sich mit reichlich Soul und einer soliden Rockbasis, getragen von extrem harmonisch-charismatischen Stimmen (Zwillingsbrüder eben), knackig-mehrstimmigen Harmonies und Songwriting von reifer Größe („Smithsonian“, was für ein mächtiger Song!). „True Sadness“ ist also nicht nur Alt.County-Heaven zwischen Jayhawks, My Morning Jacket und Band Of Horses an der Schwelle zu Größerem, sondern freigeistige Stiloffenheit – man merkt der Band an, dass sie vor Kreativität fast am Bersten ist. (Joe Whirlypop)

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