Suche / Search

 

Keep an eye on...

GLITTERHOUSE

Grateful Dead: Best Of Fare Thee Well - Hilfe
hilfe

Grateful Dead - Best Of Fare Thee Well

Cover von Best Of Fare Thee Well
Grateful Dead
Best Of Fare Thee Well

Label Rhino
Erstveröffentlichung 20.11.2015
Format 2-CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 18,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Ein mit 16 Tracks bis zum Rand gefüllter Zusammenschnitt der Abschiedskonzerte vom 3.-5.7.15 mit Phishs Trey Anastasio als „Ersatz“ für Jerry und Bruce Hornsby (Piano, glänzend) + Jeff Chimenti (Orgel), neben Weir/Lesh/Kreutzmann/Hart. An den Gesang (Anastasio, Lesh, Hornsby) muß man sich erst mal gewöhnen (außer an Weirs natürlich), es gibt Gitarren-Sounds bzw. -Parts, die Jerry so nie gespielt hätte (aber sie sind inspiriert! Und von eigenem Reiz!), der Groove, der Spirit der Band sind voll intakt. Ziemlich viel Harmony/Backing Vocals, Piano und Orgel haben vielleicht etwas mehr Auslauf, ein paar Songs wirken leicht verzögert (bis klar langsamer). U.a. mit Box Of Rain, Shakedown Street (15 Min., etwas relaxter/funky packend), China Cat/Rider (15 Min.), Cumberland Blues (verändert im Gestus), Truckin (kraftvoll bis harmonisch ausfransend), Touch Of Grey, Scarlet Begonias, Attics Of My Life (selten gespielt! Folkig-balladesk

Review

die Highlights, wunderbar beseelt: Music Never Stopped (viel Power!), Fire On The Mountain (teils herrlich versponnen, brillante Gitarren inkl. Double-Lead

Tracklisting
und ausgerechnet Drums: Mit höchst effektiven Loops und Samples, originell, 15 Min. lang und ziemlich hypnotisch/faszinierend. (dvd)<
>Kollege und Dead-Fachmann Detlev hat ja schon alle Fakten zu diesem Abschiedsprojekt (inkl. Format-Vielfalt) präsentiert, ich wollte mich der Standardversion (also der schlichten Doppel-CD) mal aus anderer Perspektive nähern. Denn für mich haben Grateful Dead Ende der 70er ihren Zenit überschritten, das Spätwerk fand ich schlicht langweilig und mainstreamlastig. Jetzt also die Super-Jubiläums-Reunion mit den überlebenden “Core Four” (Weir, Lesh, Hart, Kreutzmann), 50 Jahre nach den Anfängen, 20 Jahre nach Jerry Garcias letztem Auftritt ebenfalls im Chicagoer Soldier Field vor zehntausenden Zuschauern, es heißt, man hätte auch eine halbe Million Tickets verkaufen können. Der erste Eindruck: die von Phishs Trey Anastasio, Phil Lesh und Bruce Hornsby übernommenen Vocal-Parts sind schwach, anfangs richtig wacklig, Garcia hier keinesfalls zu ersetzen – sieht man mal vom tatsächlich sehr souveränen Bob Weir ab. Im Verlauf der 150 Minuten wird es aber besser. Die Gitarrenparts sind ohne Garcia natürlich auch anders, fügen sich dann aber doch gewohnt harmonisch zusammen. Und nach einer Phase des Einhörens funktioniert das Livealbum ab dem dritten Song („China Cat Sunflower“) dann doch richtig gut, vor allem wenn Weir singt oder es zu gewohnt souverän inszenierten Gniedelphasen kommt. Überraschend gut gefällt mir der psychedelische Blues „West L.A. Fadeaway“ aus der Spätphase, wie auch die viertelstündige Space-Exkursion „Drums“ im letzten Albumdrittel mit fast schon mit Pink Floydscher Grandezza. Der Sound ist nicht ganz perfekt, die lauten Toms finde ich beispielsweise recht störend, man kann Band und Soundmixer aber beim Zusammenwachsen während der Konzerte zuhören. Macht insgesamt ein gelungenes Abschieds-Statement, das aber zumindest mich motiviert, dann doch wieder zu den historischen Klassikern zu greifen. Fare Thee Well, Grateful Dead. (Joe Whirlypop)
noch mehr von Grateful Dead