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Keith Richards: Crosseyed Heart - Hilfe
hilfe

Keith Richards - Crosseyed Heart

Cover von Crosseyed Heart
Keith Richards
Crosseyed Heart

Label EMI
Erstveröffentlichung 18.09.2015
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 8,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

2015er Alleingang des in beneidenswerten Unehren ergrauten Riff-Recken, von Reife, rauher Schale und genialem Gefühl geprägtes Song-Werk zwischen packendem Stones-Rhythm’n‘Rock, unter die Haut gehendem Folk-Blues, Bläser-verbrämtem Reggae, Gospel-Segen und glasklarem Country. Bereits erstes kurzes Hören lässt den Hörer breitest lächeln, werden die 13 Richard-Originale und 2 Cover-Versionen (Love Overdue/Gregory Isaacs und Goodnight Irene/Ledbetter & Lomax) doch mit einer solch gefühlsechten Grandezza und großartigen Gelassenheit dargereicht, dass sich die neuen Weisen bereits nach erstem Kennenlernen wie gute, alte Bekannte anfühlen. Dazu trägt nicht zuletzt die beeindruckende Mannschaft aus lauter guten, alten Bekannten bei (mit dabei: Steve Jordan, Waddy Wachtel, Larry Campbell, Bobby Keys, Ivan Neville, Aaron Neville, Charles Hodges, David Paich, Pino Palladino, Spooner Oldham und Norah Jones), wobei aber die lebende Legende auch durchaus im akustischen Alleingang zu beeindrucken weiß. Ein roh-reifes, deftig-saftiges, definitiv zeitloses Alterswerk (eben doch, Joe!). (cpa)
Nach zwanzig Jahren wieder ein neues Soloalbum von Ol‘ Keef, dem Stones-Gitarristen mit allerhöchstem Konsensfaktor, man kennt doch eigentlich niemanden, der dem verwitterten Unikum Böses will. Eben weil er seit gut fünfzig Jahren höchstklassige Arbeit leistet und dabei nicht nur ganz er selbst blieb, sondern bis vielleicht auf die frühen 70er auch kein exzentrischer Egomane war, sondern ein leicht kauziger, aber völlig unprätentiöser Gitarrist, der sich niemals unnötig produziert – schon gar nicht an der Gitarre. So ist jetzt auch sein drittes Soloalbum „Crosseyed Heart“ ein ganz und gar bodenständiges, bluesgrundiertes und unaufgeregtes Album geworden. Die 15 Songs in einer knappen Stunde sind deutlich rootsiger als das gewohnte Stones-Material, entbeint von überflüssigen Charts- und Stadionrock-Elementen, ganz und gar altmodisch und down-to-earth, fundiert in viel Blues, Boogie, Rock’n’Roll und etwas Funk und Country. Keiths nur scheinbar schlampiges Gitarrenspieler ist Legende, kaum ein anderer Gitarrist ist so leicht zu identifizieren, und auch seine Gesangsleistungen sind über die Jahre besser geworden. Seine kratzige Nichtstimme macht sich in diesem Kontext natürlich hervorragend, auch wenn er bei höheren Gesangstönen dann doch die Treffsicherheit vermissen lässt. Macht überhaupt nichts, hier werden ansonsten alle Erwartungen locker erfüllt. Ich will auch gar nicht von einem „reifen Alterswerk“ sprechen, denn Keith scheint sich tatsächlich noch lange nicht zur Ruhe setzen zu wollen – warum auch? Produziert hat er wie gewohnt mit Drummer und Ko-Songwriter Steve Jordan, gecovert werden Leadbelly („Good Night Irene“) und Reggae-Legende Gregory Isaacs. Mein Favorit heißt „Substantial Damage“ und ist ein schleppender Funk-Jam, der fast schon nach Jon Spencer klingt. Die zweite Gitarre stammt von Waddy Wachtel, weiter Gäste sind Spooner Oldham, Ivan und Aaron Neville, Norah Jones, Sarah Dash und Bernard Fowler. Auch der letztes Jahr verstorbene Stones-Saxplayer Bobby Keys ist hier noch einmal zu hören. Rundum souveränes Album des 71-Jährigen und mir grundsätzlich lieber als jedes Stones-Album der letzten 30 Jahre. (Joe Whirlypop)

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