Iron Maiden: Book Of Souls - Hilfe
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Iron Maiden - Book Of Souls

Cover von Book Of Souls
Iron Maiden
Book Of Souls

Label Parlophone
Erstveröffentlichung 04.09.2015
Format 3LP
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 37,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Hehe, da habe ich mich echt drauf gefreut: Die Metal-Großmeister raffen sich noch einmal zu einer Album-Großtat auf, so zumindest meine Hoffnung. Seit 40 Jahren im Geschäft und ein maßgeblicher Einfluss auf meine musikalische Sozialisation, habe ich Iron Maiden nach dem letzten richtig guten Album („Seventh Son“ von 1988) nur noch am Rande wahrgenommen, während sie sich von einer klassischen Album-Band zu einer Live-Maschine von beängstigenden Dimensionen entwickelt hatten. Jetzt also das mächtige Doppelalbum mit 92 Minuten Spielzeit und einem sich stimmlich auf der Höhe befindlichen Bruce Dickinson (nach überstandener Krebserkrankung). Stilistisch nur halbwegs angeprogt, also nicht überambitioniert komplex, soundmäßig kompakt, die Produktion vielleicht ein klein wenig matschig, aber man muss ja auch viele laute Instrumente zusammenbringen. So gut wie Martin Birch konnte das im Genre niemand, der hat sich aber leider schon vor zwanzig Jahren zur Ruhe gesetzt. Dass der eine oder andere Song mit ambitionierter Überlänge die Genre-Konventionen vorsichtig erweitern will, kann man ja auch verstehen, wer will nach all den Jahren schon ausschließlich gradlinige bis stumpfe Hardrock-Hymnen am Fließband raushauen. Iron Maiden haben für meinen Geschmack einen pragmatischen Weg zwischen gekonntem Bombast und kompetenter Härte gefunden: mit gewollten Klischees, aber nicht allzu schematisch, immer mit souveränen Hymnen, aber auch brachialen Uptempo-Brechern. Und gute Songs haben sie auch heute noch drauf: der Opener „If Eternity Should Fail“ überzeugt mich ebenso wie das schnelle „When The River Runs Deep“, der mächtige Tielsong und das durch und durch klassische „Tears Of A Clown“. Es kommt nur selten zu ausufernden Soloeskapaden, was im Hardrock ja fast immer nervt. Stattdessen satte Breaks und Tempowechsel an den exakt richtigen Stellen, edle Twin-Gitarren und dieser ganz spezielle Bass-Sound von Steve Harris. Der finale 18-Minüter (von Dickinson geschrieben) zieht sich für meinen Geschmack etwas pianoschwanger und allzu episch in die Länge, aber das hat bei Iron Maiden ja durchaus Tradition. Keine Experimente also in einem ohnehin wertkonservativen Genre, hier hören wir das Beste aus 40 Jahren komprimiert auf einem Album. Oder sagen wir es mal so: „The Book Of Souls” klingt exakt so wie erhofft und auch erwartet. Das Vinyl ist „Triple-Heavyweight“. (Joe Whirlypop)

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