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Mark Lanegan: Houston: Publishing Demos 2002 - Hilfe
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Mark Lanegan - Houston: Publishing Demos 2002

Cover von Houston: Publishing Demos 2002
Mark Lanegan
Houston: Publishing Demos 2002

Label Ipecac
Erstveröffentlichung 21.08.2015
Format LP (+Downl
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 24,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Vergesst den Publishing Demo-Quark in der Titel-Angabe, hier habt Ihr das Beeindruckendste, Bewegendste, ja Beste, was ich vom Mann mit der fels-rauhen Stimme seit den seligen Field Songs hören und erleben durfte. Lanegan ließ bislang nie viel Langeweile aufkommen, wenn es um Vielfalt an Veröffentlichungen ging, nicht jedem seiner Pfade konnte ich uneingeschränkt folgen, zudem bleibt die Einstufung seines Werkes jedem selbst und seiner jeweiligen musikalischen Sozialisation überlassen. Sind manchem bis heute seine Screaming Trees-Tage in bester Erinnerung, so stehen bei anderen die beiden ersten Sub Pop-Solo-Alben unangefochten auf dem ewigen Thron, schätzen dritte nichts so sehr wie seine verschiedenen, variations- wie wendungsreichen Collaborationen. Für mich bilden die Alben I’ll Take Care Of You (1999) und Field Songs (2001) das prägende Paar für meinen Begriff der Lanegan-Magie, nie wieder sollte er derart tief und bleibend mein Hörer- und Verehrer-Herz erreichen. Jetzt veröffentlicht Ipecac ein in den Archiven gut verstecktes 12-Song-Album aus dem Jahre 2002, das die nicht nur zeitlich große Lücke zum 2003er Field Songs-Nachfolger Bubblegum mit einer Wucht und Vehemenz schließt, die mich nachhaltig überwältigt. Ein Dutzend fiebriger Lanegan-Originale, innerhalb von 5 Tagen in Houston, Texas mit voller Band eingespielt (mit Mike Johnson/Gitarren, Keni Richards/Schlagwerk, Ian Moore/Gitarren, Bukka Allen/Hammond, Akkordeon & weitere Tastenarbeit und Willie Nelson-Seitenmann Mickey Raphael/Mundharmonika), den ganzen düsteren, dreckigen Desert-Kosmos zwischen Timbre und Twang, roh-verzerrtem Saitenklang und rauh wehender Romantik atmend, zwischen bösem Blues, versöhnlichen Balladen, hypnotisierenden Drones, schwermütigen Wüsten-Shanties, psychedelischen E-Gitarren-Landschaften und unendlichen Cowboy Junkies-Weiten. Die wenigsten Songs dieses ebenso spürbar satt wie handfest-heftig produzierten Vollwert-Albums erlebten seit der Ersteinspielung eine andere Form der Veröffentlichung (darunter When It’s In You (Methamphetamine Blues)), zehn wehe Weisen erfahren hier ihre CD-Premiere, in ihrer Gänze und in dieser rauh-reifen Form aber darf man das dreckige Dutzend hier erstmals kennen und lieben lernen. Von innen her verbrennendes Feuer, die dunkel-desaströse Seite des Americana-Traumes und eine einzigartige Stimme, die sich klaftertief unter die Gänsehaut reibt – lange durfte man Lanegan nicht mehr derart intensiv erleben. Eine essentielle Entdeckung. (cpa)

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