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Pop Group: Citizen Zombie (ltd.180g Vinyl) - Hilfe
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Pop Group - Citizen Zombie (ltd.180g Vinyl)

Cover von Citizen Zombie (ltd.180g Vinyl)
Pop Group
Citizen Zombie (ltd.180g Vinyl)

Label Freaks R Us
Erstveröffentlichung 20.02.2015
Format LP (+Downl
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 21,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Spannend. Damals 1979/80 gab es gerade mal zwei Alben, dann löste sich The Pop Group auch schon wieder auf, überführt in Projekte wie Glaxo Babies, Pig Bag und Rip, Rig & Panic. Der Einfluss dieser beiden kantigen Innovationswerke war aber enorm, wie niemals zuvor fusionierten linke britische Postpunks (Frau Thatcher musste bekämpft werden), dem Kunststudium kaum entwachsen, Message, Ästhetik und Krach. Der Sound irgendwo zwischen wildem Jazz, schwerem Dub-Funk und noisigem Postpunk. Akteure wie Mark Stewart, Gareth Sager, Bruce Smith und Reggae-Producer Dennis Bovell lagen damals komplett quer zum musikalischen Zeitgeschehen, was ihren Ruhm Dekaden später natürlich nur noch vergrößerte. 34 Jahre nach dem Bandende sind sie jetzt wieder da (Stewart, Smith und Sager) – kann und muss das sein? Seit 2010 spielen The Pop Group wieder Konzerte, sogar weitgehend in Originalbesetzung, das neue Album wird für meinen Geschmack deutlich von Mark Stewart dominiert, der sich zuletzt ja schon verschiedentlich mit neuen Aktivitäten hervorgetan hat. Sein Gesang ist manchmal etwas schief, quäkend und gerne blechern verfremdet, dafür aber doch erstaunlich enthusiastisch, für so einen – mit Verlaub – alten Sack. Überhaupt klingt „Citizen Zombie” überwiegend nach schwerem Funk, also nach Stewarts Maffia und Tackhead, angereichert mit etwas Dub und wenig Noise. Jazz gibt es fast gar keinen, auch keine Bläser, dafür aber sehr viel mächtigen Bass und dreckige Funk-Gitarre. Produziert hat erstaunlicherweise der kommerziell ja höchst erfolgreiche Paul Epworth (übrigens Marys Bruder), der ansonsten Adele zu Millionenverkäufen verhilft – hier klingt es aber so roh und dreckig, wie wenn Stewart selbst produziert hätte. The Pop Group will es ganz offensichtlich noch einmal wissen: dies ist kein reifes Alterswerk, sondern hungriger, forschender, enthusiastischer Punk-Funk mit Ambitionen, fürs Video zur höchst tanzbaren ersten Single „Mad Truth“ hat man gleich die italienische Filmdiva Asia Argento als Regisseurin verpflichtet, was dann auch bestens passt. Ich hoffe inständig auf baldige Liveeindrücke. (Joe Whirlypop)

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