Björk: Vulnicura (ltd.) - Hilfe
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Björk - Vulnicura (ltd.)

Cover von Vulnicura (ltd.)
Björk
Vulnicura (ltd.)

Label Embassy Of Music
Erstveröffentlichung 13.03.2015
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Meistens geht mir die gute Björk ja doch ein wenig auf die Nerven, jetzt gerade wieder die scheinbar spontan vorgezogene Veröffentlichung des neuen Albums wegen böswilliger Internetpiraterie. Geht es nicht auch etwas weniger aufgeregt, ja hysterisch? Aber die Isländerin ist halt schon seit vielen Jahren im Modus der gewollt überkandidelten Groß-Künstlerin, die ihre Allüren mit Leidenschaft auslebt – auch wenn sie an musikalischer Relevanz und kommerzieller Potenz eindeutig verloren hat. Derart missgestimmt erwischt mich das neue Opus „Vulnicura“ dann aber doch auf dem richtigen Fuß: nämlich mit ebenso eleganten wie pointierten kammermusikalischen Streicher-Arrangements, denen ein wenig elektronischer Pluckerbeat unterlegt wurde. Darüber aber Frau Björk mit ihrer nach wie vor einzigartigen Stimme, die mich eben jedes Mal wieder packt: kühl und warm, kraftvoll und zerbrechlich zugleich, man kennt das ja. Im weiteren Verlauf nimmt der Electronica-Anteil dann etwas zu, aber in der eher unaufgeregten, entspannten Variante, oft nur Ornament zur ganz im Mittelpunkt stehenden Stimme – gut so! Diesmal also keine „Kunstkacke fürs Feuilleton“ (meine eigenes Urteil zum 2012er Album), auch kein „multimediales“ Kunstwerk oder irgendwas mit Apps, sondern ein stringentes, elektronisch modifiziertes Kammerpop-Album, das Björks wahre Größe souverän in Erinnerung bringt. Das Konzept (ohne geht es wohl nicht mehr) besteht aus einer vertonten Trennungsgeschichte, was aber beim Hören keine Rolle spielen muss. Das Duett mit Antony Hegarty („Atom Dance“) ist tatsächlich sehr zu Herzen gehend, die eine oder andere (kleine) avantgardistische Anwandlung lässt sich gut verkraften. Die mittlerweile auch schon 49-Jährige zieht sich mit „Vulnicura“ jedenfalls höchst achtbar aus der Affäre. Eine neue, unaufgeregte Schaffensphase mit zukünftig eher alterweisen Alben würde mir ja gut gefallen… (Joe Whirlypop)

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