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Joe Henry: Reverie - Hilfe
hilfe

Joe Henry - Reverie

Cover von Reverie
Joe Henry
Reverie

Label Anti
Erstveröffentlichung 07.10.2011
Format DoLP
Leider nicht verfügbar.
Rezension

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die ersten Henrys Alben Short Manþs Room (92) und Kindness of The World (93)? Das war Americana pur, mit den Jayhawks als Band im Rücken. Leider sind beide Scheiben vergriffen und alles was Joe Henry zwischen den großen Pausen danach gemacht hat, war wunderschön, aber eben auch verkopfter. Als Produzent der Solomon Burke Rückkehr trat er schließlich wieder in die Öffentlichkeit und bewies ein geschicktes Händchen für Klang und Raum. Und vor allem für das Nötige und Unnötige.
Reverie nun ist ein ganz anderes Werk. Mittlerweile hat Henry ein Studio in seinem Keller und lud seine Band ein, um Songs fließen zu lassen. Es gab keine strikten Vorgaben, man warf Ideen ins Feuer und sah ihnen bei der Verformung zu. Nur mit akustischen Instrumenten setzt man sich so nah zusammen wie es ging, verzichtete auf Trennwände und ließ die Töne in die des Nachbarn hinein bluten. Dazu öffnete Henry Türen und Fenster und nahm Vogelgezwitscher, Nachbarskinder und Hundegebell gleich mit auf und machte sie zum Teil der Gesamtperformance.
Zehn Songs sind in einer 3 Tage Session entstanden, der eine oder andere wurde mit Sängerin Lisa Hannigan oder Gitarrist Marc Ribot nachgearbeitet, aber im Großen und Ganzen ist die Spontansession das Album geworden. Auf Refrains wurde weitestgehend verzichtet, die Songs fließen eher linear dahin und kehren nicht zu einem Punkt zurück, es geht mehr um Stimmungen, Sounds und Gefühle. Der Gesang ist im Prinzip die Struktur des Songs, dahinter zaubern Spitzenmusiker einfach nur tiefgehenden Wohlklang. Und Joe Henry wäre nicht ein Meisterproduzent, würde er das nicht einfach nur toll klingen lassen. „ It is a raw and raucous and messy affair“ sagt er selbst, aber so wie das Piano klingt, die Saiten der Gitarre, alleine der Klang der Drums – das ist schon einzigartig. Da ziehe ich Joe Henryþs Messiness allen anderen Produzenten vor. Reverie muss man oft hören, um es vollständig zu erforschen, so einzigartig ist es. (rh)

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Foto von Scar

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CD Fuse
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