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Tamikrest: Tamotait - Hilfe
hilfe

Tamikrest - Tamotait

Cover von Tamotait
Tamikrest
Tamotait

Label Glitterbeat
Erstveröffentlichung 27.03.2020
Format LP+DLC
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 17,75 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

20er. Okay, alle, die das hier lesen und sich nur halbwegs für Tuareg-Musik interessieren, kennen die Band und wissen in etwa, was sie erwartet. Also beschränke ich mich diesmal auf die spezifischen Besonderheiten/(nicht substanziellen) Veränderungen dieses erneut tollen Albums (mit Verweis auf meine Beschreibungen/Lobpreisungen all der Vorgänger auf unserer website). Neben dem Gesang (der im Übrigen nur ab und zu von Call/Response-Vocals oder Chören unterstützt wird, keinerlei „Tirilieren“ mehr inzwischen) dominieren wie gewohnt die E-Gitarren (akustische sind bestenfalls unterstützendes Beiwerk, abgesehen von ein paar kurzen Momenten und dem letzten Stück) und die sind oft melodiöser denn je gehalten, mehrfach auch weit abseits typischer Tuareg-Harmonik (zudem weicht die Rhythmik ein paar Mal deutlich von traditionellen Strukturen ab!). Entsprechend gibt es zwar nicht so viele einzelne/punktuelle unterschiedliche stilistische Sidesteps wie zuletzt, aber es klingt alles in allem im Sound/dem ganzen Klangbild etwas „westlicher“ (doch keineswegs verwässert), Drums und Percussion agieren großteils gemeinsam (erstere fehlen nur 2x, dominieren jedoch meist), Keyboards werden manchmal, sparsam und rein unterstützend, eingesetzt. Auf der einen Seite stehen 2 rund und fett rockende Tracks (inkl. sehr Rock-nahe gespielter Gitarren), groovend der eine, total und sehr schnell abziehend der andere, packend und voller Power (in der Tat hab ich sie nach meiner Erinnerung so konsequent rockig noch nie gehört). Auf der anderen Seite gibt´s gleich erstaunliche 5 ruhige Songs, vornehmlich balladesk (oder sanft rollend-fließend), irgendwo zwischen sowas wie, hmm, „Tuareg Dream Pop“, einer sanften phasenweise regelrecht meditativen zugleich hypnotischen Ausstrahlung (die in einem Fall allerdings ganz langsam aber stetig verdichtet und somit verändert wird, im anderen geschieht dies plötzlich) sowie einem schon ziemlich verträumten Flair; mal ein bischen Folk-Feeling. Gerade in diesen Stücken kommt natürlich die Melodiösität der (weichen/filigranen teils becircend schönen) Gitarren besonders zur Geltung, eines besticht außerdem durch ein wundervolles Duett mit der marokkanischen Sängerin Hindi Zhara (kurz eine Spur psychedelisch). Nur 2 Tracks wirken „klassisch“ wie zu ihren Anfängen, traditionell orientiert, einer kraftvoll inklusive einem kurzen bluesigen Slide-Feature, einer eher zurückhaltend mit fein singender Gitarre (ein bestechendes etwas längeres Solo). Die Texte beziehen sich oft auf das Los der Tuaregs, deren Sehnsucht nach Heimat, Vereinigung, nicht ohne politische Konnotation, einige auf Frieden, Verurteilung von Hass (allgemein wie im selben Kontext, das wirkt schon mal fast ein bischen sympathisch hippie-esk), 2 Love-Songs kommen hinzu. All in all: Absolut klasse, eine große Empfehlung, auch und gerade, weil insgesamt wieder etwas „anders“. (dvd)

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