Bibi Ahmed: Adghah - Hilfe
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Bibi Ahmed - Adghah

Cover von Adghah
Bibi Ahmed
Adghah

Label Sounds Of Subterrania
Erstveröffentlichung 30.08.2019
Format LP
Lieferzeit 4 – 6 Wochen
Preis 18,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Bibi Ahmed, Kopf und Bandleader von Group Inerane, stammt aus Agadez (Niger). In Zusammenarbeit mit Sounds of Subterrania und den Frankfurter Lotte Lindenberg Studio entstand Februar 2019 sein erstes Soloalbum, bei welchem er alle Instrumente selbst einspielte. Diese Reduktion eröffnen einen völlig neuen Blick auf diesen sehr spezielle Mix aus Tuareg Blues, elektrifizierte Tamachek Folk und Psychedelic Sahara-Rock. Man spürt förmlich das Flirren der Hitze und begibt man sich auf den Pfad des Hörens , verschwimmen die Unterschiede zwischen spirituellen Trance und hypnotischem Psychedelic-Blues.

Unser Rezensent beschreibt das so:
19er, der Leader von Inerane aus dem Niger (vielleicht hat die jemand beim Reeperbahn-Festival gesehen), 1. Solo-LP. Der Gegenentwurf zur aktuellen Tuareg-Härte von Acts wie Kel Assouf oder Mdou Moctar. Viele Merkmale der typischen Tuareg-Bands sind vorhanden (nicht alle, es fehlen Backing- bzw. Call/Response-Vocals, das Tirilieren), aber er klingt oft irgendwie „anders“: Rhythmisch prägt viele Stücke ein (obwohl z.T. durchaus recht lebhafter und v.a. schneller) im Prinzip relativ ruhiger Zug, der jedoch gern einen fast schon unheimlichen unaufhaltsamen bzw. suggestiven Sog entwickelt, unter gewisser Spannung steht; teils verbunden mit einer sehr schön poetisch wirkenden Note, immer wieder erfreuen auch markante Melodien und Licks, klasse zudem mehrfach verhallte ganz leicht oder etwas stärker psychedelisch aufgeladene (durchweg E-) Gitarren (die anderswo freilich schlicht und trocken klingen oder fein verspielt, häufig werden 2 eingesetzt)! Hinzu kommt hier und da eine Art Tiefton-Hypnose (sporadisch gar dezenter Drone-Sound), die Percussion (keine Drums) ist recht spärlich angelegt. Oder fehlt ganz, was die eh schon ziemlich reduzierte Gangart auf die Spitze treibt (bei dennoch höherem Tempo), wobei gerade dort seine (exzellente) Stimme in vollster Blüte steht, expressiver/offensiver phrasierend. Zwischendurch steht er mal den „Klassikern“ (Tinariwen z.B., in quasi „nackter“) nahe, oder wird beinahe quirlig, auf der anderen Seite ein klein bischen meditativ-trancehaft. Und eines der 4,5 fabelhaften Highlights (von 9 Songs, fast alle über 5 Min.), einzig richtig langsamer Track, eine ganz zarte leise wunderschöne Ballade, besitzt einen völlig anderen Charakter, auf verquere Art westlichen Songwriter-Roots-Balladen verwandt, phasenweise irgendwie spirituell (ein Attribut, das ich bei Tuaregs selten verwende). Großartige Platte! (dvd)

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