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Ifriqiyya Electrique: Laylet El Booree - Hilfe
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Ifriqiyya Electrique - Laylet El Booree

Cover von Laylet El Booree
Ifriqiyya Electrique
Laylet El Booree

Label Glitterbeat
Erstveröffentlichung 05.04.2019
Format LP+DLC
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 17,75 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

19er, eine multikulturell zusammengesetzte Gruppe: 3 Tunesier/innen + Gianna Greco und Francois Cambuzat von Lydia Lunchs Putan Club. Das Ergebnis ist schlicht einzigartig, partiell verstörend auf elektrisierende Art. Und konzentrierter, schlüssiger, „auf Linie gebracht“, schlicht: Noch einmal besser als das Debut. Haupteinfluß bzw. Basis: Banga aus Tunesien, beschrieben als „Sufi Trance Music“. Doch dabei bleibt es nicht… Es treffen oft ein wenig runtergemixte traditionelle Vocals (männlich/weiblich, teils im Call/Response-Modus, dabei Letzteres partiell Chor-artig; ab und zu mehrköpfig in ziemlich wild) und ein dichter Percussion/Drum-Teppich, kurz: Tendenziell archaisch wirkende Klänge, auf schroffe, scharfe bis sägende großteils tiefgelegte Gitarren was bis hin zu einer Art „Ethno-Archaik-Metal“ (in Groove) führt! Anderswo wird der unterschwellige oder offensivere Metal-Eindruck durch vorwärtspeitschende Post Punk-Anklänge ersetzt. Oder es klingt einfach sehr rockig, in alarmistischer Weise. Und immer wieder regelrecht gewaltig (im Extrem gewalttätig)! Sogar fast atonale Guitar-Smashes in Nachbarschaft zu Sonic Youth kommen vor. Die (meist recht schnelle) Rhythmik speist sich sowohl aus den spezifischen tunesischen Traditionen als auch aus westlicher Musik, wird in einigen Stücken irgendwann immer mehr beschleunigt. Vieles ziehen sie gnadenlos repetitiv durch. 2 Tracks fallen aus der Reihe: Ein kurzer: Gänzlich traditionelle reine Vokalmusik. Ein noch radikalerer, bei dem sich die Banga-Klänge mit düsterer Avantgarde und Industrial mischen (vollkommen neuartig!). Und 2,3x ergänzen nasale lokale Blasinstrumente (z.B. die Zoukra, eine Art nordafrikanischer Dudelsack, oder die Gasba, eine Flöte), was kurzzeitig eine ganz dezent marokkanische Note erzeugt. Auch Piano, Electronics kommen punktuell zum Einsatz. Fazit: Ein ungeheuer intensives Werk, massiv aktualisierte manchmal hypnotische bzw. irgendwie fremdartig-Trance-artige phasenweise enorm aggressive Ritualmusik mit teilweise völlig ungewohnten „modernen“ Mitteln, die kurzzeitig auch schamanische, rauschhafte Züge annimmt und mich mächtig fasziniert! Große Empfehlung. Vinyl 180g, Klappcover. (dvd)

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