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GLITTERHOUSE

Kel Assouf: Black Tenere - Hilfe
hilfe

Kel Assouf - Black Tenere

Cover von Black Tenere
Kel Assouf
Black Tenere

Label Glitterbeat
Erstveröffentlichung 15.02.2019
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 15,75 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

19er. This is not your average Tuareg band! Das Trio um den Sänger/Gitarristen Aboubacar Anana Harouna verblüfft über weite Strecken. Klingt der Opener noch relativ ähnlich wie von Tinariwen, Tamikrest & Co gewohnt (ok, etwas rockiger, die diversen Gitarren schärfer, teils sehr repetitiv, einige feine Melodien/Motive), mit sattem Groove, Klatschen statt Drums (die in fast allen restlichen Stücken eingesetzt werden, manchmal ziemlich turbulent, viel Becken), geht es anschließend weit weit darüber hinaus: Gar mächtig rockend mit Tendenz zum Früh-70er Hard Rock (nur gesanglich wird hier wie auch überall sonst Harounas Tuareg- Herkunft deutlich, samt der Melodik) inkl. einer Art Prog-Psyche-Arab-Rock-Break; rhythmisch besonders reizvolle Stücke abseits von orthodoxen Rock-Schemata (knallharter hochtouriger Tuareg-Rock mit spiraligen Gitarren-Figuren bzw. Heavy Rock mit Stoner-Spuren; oder so etwas wie Tuareg-Acid-Desert-Rock, scharf akzentuiert stark pumpend); elegischer sehnsuchtsvoller zugleich lyrischer (ruhiger/balladesker) Tuareg Rock (mit Mellotron-ähnlichen Keyboards; bei allen anderen Tracks bedient Tastenmann Sofyann Ben Youssef, bekannt als Chef von Ammar 808 und hier auch Producer, v.a. die Hammond Orgel, gelegentlich Synthie); im längsten Stück gibt´s denn auch ein ausgiebiges sehr reizvolles Hammond-Feature, leicht psychedelisch auf spezielle Art, gefolgt von schwer stampfenden, dann tanzenden bis tricky 70s-Anleihen; toll und eigen kommt ein teils stakkatohafter, sagen wir, „Tuareg-Acid-Space/Psychedelia-Rocker“; genauso begeistert mich das (auch melodisch) wunderschöne, ganz zarte, poetische, butterweiche, fast schwerelose „Tamatant“ nur der Gesang und eine (verhallte) E-Gitarre. Tuareg-typische Bestandteile wie Call-Response-Vocals tauchen nur 1x (ein bischen) auf, die Gitarren besitzen ebenfalls eine andere Charakteristik (oft distorted) nicht aber, wie erwähnt, die Gesangsmelodien. Und die Texte behandeln Tuareg-spezifische Themen und Probleme, teils mit politischem Gehalt. „A leap forward in the modern Tuareg sound… truly radical“ meinte der Guardian, fürwahr, so etwas hab ich noch nicht gehört. Etwas sehr Besonderes. (dvd)

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