Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp: Sauvage Formes - Hilfe
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Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp - Sauvage Formes

Cover von Sauvage Formes
Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp
Sauvage Formes

Label Bongo Joe
Erstveröffentlichung 27.04.2018
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 23,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

18er. John Parish produzierte, in Peter Gabriels Real World-Studios aufgenommen. Ein erstaunliches ganz feines Werk. Völlig freigeistig und doch sehr kontrolliert. Innovativ/neuartig. Instrumental äußerst vielschichtig bis gewagt: Viel Marimba (oder Balafon?), einige Streicher, Bläser (bzw. v.a. Posaune), eine z.T. schleifende, noisige bis stechende Gitarre, weiblicher Gesang (teils ein loser Chor). Stilistisch absolut extreme Kombinationen, ich versuche mal eine Kurzbeschreibung: Indie Pop mit kleiner Prise Kongo + stoischer treibender Rhythmus, klingt zeitgenössisch. Minimal Music, klasse rollender Groove, ein Hauch Afrika, repetitiver Indie Rock, etwas Jazz, starke Kontraste. Minimal Music, polyrhythmisches Afrika, eine Art Funk, Jazz- + Avantgarde-Spuren, super arrangiert. Indie Pop meets Zentral- und West-Afrika/Afro-Beat, hypnotisch-unwiderstehlich groovend, Jazz-Untertöne… Und so geht das weiter, mal kommt Avant-Pop dazu, mal Folk-Melodik, mal ein wenig Vampire Weekend resp. Art-Pop, gar eigensinnige Neo-Klassik, dramatische wie kunstvolle wie halluzinogene Elemente. Intensive dichte Instrumentierungen stehen gegen eher lichten/losgelösten Gesang. Ich kenne nichts Ähnliches. Starke Empfehlung. (dvd)


"Das allmächtige Orchester Marcel Duchamps" mit dem vierten Album. 14 Musiker setzen sich über Genregrenzen hinweg und entwickeln in freiem Flow einen ganz eigenen, komplett undogmatischen Sound. Die französischen Mädchen-Vocals erinnern an Laetitia Sadier, das Spacige im Sound an deren Band Stereolab. Also mit psychpoppigen Sixties-Einflüssen, was aber nur ein Element in diesem kontrollierten Patchwork-Sound ist. Der akustische Bass schmeckt nach Jazz, der Groove eher nach Postpunk. Eine dadaistisch-avantgardistische Haltung nimmt die Band für sich in Anspruch („Afropunkpopexperimenataljazz”), wirklich anstrengend-avanciert klingen die acht Songs aber nicht. Mal lenken Bläser (Posaune, Trompete) die Aufmerksamkeit auf sich, mal exotischer Gesang (meistens aber englisch und französisch), dann wieder stoisch-perkussive Afro-Elemente. Jazz-Attitude trifft auf Ethno-Vibe, klassizistische Minimal Music a la Michael Nyman auf 70er-Bands wie Gong. Flöte, Geigen, Marimba (oder Vibraphon?), elektrische Gitarren und klöppelnde Percussion sorgen für spacige Grooves, die sich aber keinem bestimmten Genre zuordnen lassen. Der akustische Bass hält das Ganze souverän zusammen und sorgt dazu für hypnotischen Drive. Das Album lässt sich auf abstrakte Weise aber auch fast unter Postrock einordnen. Ein hybrides Monster, produziert von John Parish (PJ Harvey, Eels, Giant Sand). (Joe Whirlypop)

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