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Various Artists: Every Song Has Its End: Sonic Dispatches From Traditional Mali (Hidden Musics.2) - Hilfe
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Various Artists - Every Song Has Its End: Sonic Dispatches From Traditional Mali (Hidden Musics.2)

Cover von Every Song Has Its End: Sonic Dispatches From Traditional Mali (Hidden Musics.2)
Various Artists
Every Song Has Its End: Sonic Dispatches From Traditional Mali (Hidden Musics.2)

Label Glitterbeat
Erstveröffentlichung 01.04.2016
Format 2-LP+DVD (+DLCload-
Leider nicht verfügbar.
Rezension

16er. In Jahren vom Produzenten Paul Chandler auf langen Reisen durchs ländliche Mali zusammengetragene quasi Field Recordings (mit relativ professionellem Equipment, in durchweg angenehmem Sound bzw. guter Bild-Qualität). Das Ergebnis klingt tief traditionell, weit ungeschliffener, ursprünglicher als die gewohnten Klänge von dort, und natürlich durchweg akustisch. Die Musiker sind mir großteils unbekannt (mit 3,4 Ausnahmen) – umso mehr spürt man das Herzblut! Zwar gibt es auch der aktuelleren „Songwriter-Musik“ der letzten 20 Jahre, die ich so liebe, wesensverwandte Stücke – nur halt etwas oder deutlich rauher bzw. in spartanischer gar völlig „nackter“ Form, was dann schon mal wie ein (abgesehen vom Sound) uraltes Blueprint resp. die Proto-Version heutiger Musik anmutet, oder im Geiste eines Ali Farka Toure Blues-Wurzeln hörbar macht. 3,4 großartige Stücke! Ansonsten aber wirkt so manches ziemlich archaisch, gern repetitiv, manchmal geradezu stoisch, oft mit starker rhythmischer Betonung, sei es wunderbar rollend in gewisser Nähe zu marokkanischer Musik oder gemeinsame Wurzeln mit heutiger Tuareg-Musik verratend (tatsächlich nennt sich diese Gruppe den „Black Tamashek“ zugehörig), sei es eher tricky (mächtig reizvoll und irgendwie rotierend, anderswo klasse polyrhythmisch und hypnotisch groovend beschleunigt) oder karge Fels-Wüsten assoziierend, sei es melodisch gleichberechtigt aber komplett repetitiv - und höchst emotional, wie vieles hier! Z.B. auch Kassoun Bagayoko, der ganz schön aus der Reihe fällt, herb, kraftvoll und mächtig intensiv, basierend auf Percussion/Klatschen und (bestechend und z.T. fast elektronisch verzerrt klingenden) Balafonen, eine Art kontrollierte Anarchie – da hätte ich vielleicht sogar auf Zentralafrika getippt. So etwas hab ich noch nie gehört. Und zum Schluß wird´s ganz ruhig, beinahe kontemplativ. Eine ganze Reihe afrikanische Saiteninstrumente werden eingesetzt, im Sound variabel und teils herb, neben (m/w, nur selten call/response) Gesang und Percussion, ab und zu afrikan. Geige. Das zugehörige 83-minütige Video (nicht komplett aber häufig dieselben Musiker, die in ihrer natürlichen Umgebung aufgenommen wurden) macht deutlich, daß hier Ritual-Musik eine größere Rolle spielt, sie erzählen zudem ausgesprochen erhellend über die Musik, ihre Herkunft/Ursprünge und Bedeutung, soziale und politische Umstände, ihre spezifische Kultur und das Dorfleben – wahrhaft hoch interessant! Wie das ganze Set, sehr, sehr zu empfehlen! Mit u.a. Afel Bocoum, Ibrahim Traore, Inna Baba Coulibaly, Madou (=Mamadou?) Diabate. (dvd)

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