Niecy Blues: Exit Simulation - Hilfe
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Niecy Blues - Exit Simulation

Cover von Exit Simulation
Niecy Blues
Exit Simulation

Label Kranky
Erstveröffentlichung 22.12.2023
Format CD
Lieferzeit 2 – 3 Wochen
Preis 15,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Eine schwarze Singer-Songwriterin aus South Carolina, die Neuland betritt! Sie zelebriert immer wieder schwerelose, reduzierte Klänge, unendlich verhallte bzw. verwehte Vocals. Die sind manchmal auch nur punktuell eingesetzt oder als ätherische wortlose Lautmalerei, manchmal nur ein schönes Wispern in der Ferne.
Ein Teil der Stücke wird behutsam rhythmisiert, mittels dezenter Minimal Music-artiger Tasten-Figuren, oder einem zarten dunklen Pochen, oder Klacken als Rhythmusgeber. Anderswo höre ich eine Ahnung von Trip Hop in Zeitlupe, oder Ambient mit Momenten in unterschwelliger Alarmstimmung. Wine wehmütige Atmosphäre, sowohl beim Gesang als auch der Instrumentierung.
Es ist ein Mix aus Ambient, manipuliertem Neo-Soul und Gospel-Spuren; mal dient eine glatte Synthie-Fläche als Grundlage für regelmäßige fragile wiederholte/variierte Vokal-Zeilen in outer space. In einem deutlich Jazz-inspiriertem Stück (eines von 2 ein wenig längeren), das sich langsam ungewohnt „handfester“ entwickelt, spirituell wirkt, quasi in sich rotiert, kommen Piano, Flöte, Sax und Drums zum Einsatz, ein weiteres verwendet ein Piano-Trio für eine schon beinahe konventionell erscheinende leicht verträumte spartanische Ballade mit Blues-Anteil und geringen Jazz-Spuren. Noch einmal wird eine sehr spezielle Drum-Figur benutzt, repetitiv, zusammen mit Orgel-ähnlichen Tasten-Akkorden und lebhafteren R´n´B-angelehnten Vocals als üblich. Ansonsten konzentriert sich die instrumentale Seite auf Synthies, akustische und E-Gitarre, E-Piano, nur gelegentlich auch sparsamste verfremdete Percussion, Bass, Harfe.

Bei alldem becirct ihre sanfte leise gerne feinst emotional phrasierende Stimme. Einmal tauchen Bruchstücke von ekstatischem Gospel wie hinter einem Vorhang auf, oder sie agiert doch eher songhaft und durchgängig in sphärischen R´n´B-Transformationen, langsam zerfasert. Mehrfach wird der Gesang vervielfacht, kurz taucht er in Klarheit an der Oberfläche auf. Ein ganz außergewöhnliches Album, mit gehörigem Faszinations-Faktor! (detlev von duhn)

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