Billy Strings: Renewal - Hilfe
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Billy Strings - Renewal

Cover von Renewal
Billy Strings
Renewal

Label Concord
Erstveröffentlichung 24.09.2021
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 17,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Ein US-Singer-Songwriter der Sonderklasse, zudem Gitarren-Virtuose, der mir bislang, soweit ich mich erinnere, noch nicht aufgefallen ist obwohl er schon in seinem noch jungen Alter reihenweise Preise (darunter einen Grammy) abgeräumt hat. Aber so grandios wie hier war er wohl auch noch nie. Angemessen prominent ist der Produzent, Jonathan Wilson.

Vieles, aber längst nicht alles, wird in klassischer Bluegrass-Instrumentierung dargebracht (Akustikgitarre, Mandoline, Banjo, Fiddle, Bass, ab und zu typische feine bis strahlende Harmony Vocals), Schlagwerk ist durchweg fast nicht vorhanden, dafür aber in einigen Stücken eine ausgezeichnete (teils intelligent klangmalende) E-Gitarre und/oder Pedal Steel, sogar Synthies kommen kurzzeitig zum Einsatz. Bluegrass ist auch seine angestammte musikalische Heimat und hier das definitiv bestimmende Element, einfach glänzend (und vorwiegend in (sehr) schnellen Tempi) gespielt (ein wunderbares dichtes instrumentales Gespinst!), oft in purer (aber nicht zwangsläufig vollkommen traditionalistischer) Form, manchmal quasi „in Progression“, irgendwie bunter/variabler/offener als üblich (und sehr filigran), resp. mehr „Songwriter-Appeal“, oder auch mit einer Spur mehr Mountain-Folk- bzw. irischem Input, gar ungewöhnlich und klasse verzahnten zwei Melodielinien zeitweise. In gewissem Sinne höre ich da Parallelen zu den alten Steeldrivers (mit Chris Stapleton). Die andere Hälfte der Songs (satte 70 Minuten lang, keine zuviel, 16 Tracks) geht deutlich weiter: Eine Reihe von Stücken verbindet Bluegrass mit Folk, Americana und/oder Country, in traditionsbewußter aber in mehrfachem Sinn erweiternder vielfältiger manchmal durchaus originärer Weise, bis hin zu überwiegend altem balladeskem berührendem und immens gehaltvollem Country, ein paar ungewohnte/genreuntypische Harmonien tauchen auch mal auf… Und mehr als bemerkenswert ist die immens hohe Substanz diverser Songs, ihre große Emotionalität! Schließlich gibt es „Heartbeat Of America“, bei dem aus heiterem Himmel harte E-Gitarre und Synthie kurz auftauchen, Rockeinfluß zeitweise zur Geltung kommt, mehr Irland mächtig eindringlich und packend! Ganz zu schweigen vom 9-minütigen Hide And Seek, sowas wie Prog-Bluegrass mit komplexen Breaks, Rhythmuswechseln, inkl. langem von E-Gitarre geprägtem vielschichtigem Jam-artigem Instrumentalteil, durchzogen von brillanten Soli innovativer Roots-Stoff, in den Bluegrass-Elemente einfließen. Sowas hätte ich mir von Bela Fleck vorstellen können. Verblüffend. Bei alledem paßt seine Stimme absolut kongenial (das heißt: Sie ist oft, aber nicht immer, Bluegrass-verhaftet), besitzt sehr viel Feeling und Ausdrucksstärke. Outstanding! Ein großartiger Musiker! (detlev von duhn)

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