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Sam Lee: Old Wow - Hilfe
hilfe

Sam Lee - Old Wow

Cover von Old Wow
Sam Lee
Old Wow

Label Cooking Vinyl
Erstveröffentlichung 31.01.2020
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 23,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

20er. Sein 3. Album. Er gehört zu der seit einiger Zeit immer wieder entstehenden Sorte Brit-Folk, die tief traditionell grundiert ist (auch hier: Nur alte Traditionals), aber völlig ungewöhnlich, neuartig, überraschend und großartig gespielt/interpretiert wird. Acts wie Alasdair Roberts, The Gloaming, Mairi Morrison, Bellowhead (gibt´s die eigentlich noch?). Die allesamt die Klasse ihrer Vorgänger im Geiste während der großen Zeit des Brit-Folk (-Rock) wie Pentangle, Spirogyra, Incredible String Band erreichen (die freilich anders klangen). Sam Lees erste Alben waren Weltklasse, sein neues nicht minder. Spannend, freigeistig, viel Bewegung und Frische, z.T. richtiggehend innovativ. Zu seiner so ausdrucksstarken sehr eigenen sofort erkennbaren (der Klang, die Phrasierung) tendenziell (keineswegs immer) eher sanften gerne irgendwie gedehnten Stimme stellt er wie gewohnt einfallsreiche differenzierte Arrangements (wenngleich weniger exotische Instrumente als zuvor), geprägt von Hardanger Fiddle (Caoimhin O Raghallaigh von meinen Lieblingen The Gloaming) sowie Geige, Cello (teils eine kleine Streichergruppe), den Anker freilich bildet (mit 1 Ausnahme) ein Piano; hier und da ergänzt die E-Gitarre von ex-Suede Bernard Butler (Überraschung; er produzierte zudem), die manchmal kaum als solche erkennbar ist, oder 2 Holzbläser (plus die Rhythmusgruppe, die nicht permanent/in jedem Stück eingesetzt wird), phasenweise fließt alles kaum definierbar aber attraktiv/klangfarbenreich zusammen. Alles glänzend wie musikdienlich gespielt, vielfältig/schichtig, vollmundig, subtil, zart, kräftig, diffizil, sparsam/zurückgenommen... 2 Besonderheiten, beide höchst reizvoll: Das stellenweise unterschiedliche Tempo von Gesang und Begleitung; und die ausnehmend feine/abwechslungsreiche/unorthodoxe und flexible Rhythmik in diversen Stücken, ebenfalls genre-untypisch. Heraus kommen mehrfach (z.T. leicht abgedunkelte) zunächst sanfte im Verlauf kontinuierlich intensivierte/gesteigerte bis verdichtete und/oder beschleunigte Balladen (überhaupt: Extrem hoher Balladenanteil), die partiell wieder zurückgenommen werden, andere agieren diffizil und beständig an- und abschwellend oder im ruhigen Fluß, oder völlig getragen, mal etwas Drama, es gibt aber auch eine Art eher bodenständigen/kraftvollen individuellen Folk Rock (1x gar ein verschärftes für Momente gar aggressives Guitar-Feature). Folk, ja, schon irgendwie, aber eben total originell. Manchmal scheint, ganz dezent nur, Jazz- oder Klassik-Einfluß durch. Ein von vorne bis hinten tief berührendes traumhaftes Werk, das den geneigten Hörer unweigerlich in seinen Bann zieht, melodisch eh klasse (die bewährten traditionellen Melodien behält er großteils bei). Manches ist einfach unfaßbar schön. Eine ganz ganz dicke Empfehlung! (dvd)

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