Sheryl Crow: Feels Like Home - Hilfe
hilfe

Sheryl Crow - Feels Like Home

Cover von Feels Like Home
Sheryl Crow
Feels Like Home

Label Warner Brothers
Erstveröffentlichung 12.09.2013
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 17,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Der ewig jungen, bewunderungswürdig-verführerisch lässigen Grand Dame des Singer-Songrockens leihe ich ja gern mal ein Ohr mehr, lasse ihre Alben häufig eine Idee öfter im Player die Roots-Runden drehen, um ihre Country-Rock-Kunst auch in allen, vollen Zügen genießen zu können. Nach gefühlten 100 A&M-Alben gibt sie mit ihrem 2013er Werk ihren Einstand bei Warner Nashville, und die Ortsangabe gibt uns auch den ersten Richtungshinweis zur Einordnung der 12 neuen Songs. Denn wenn auch vielerlei klassische Crowe-Elemente in dem guten Dutzend zu finden ist, der gelassen gründelnde Groove, die rockig-griffigen Stones-Riffs, der herrliche Hang zur Heartland-Hymne, so hinterlässt sowohl der Ort als auch die ausgewählte Musikerschar ihre klaren Country-Spuren. Gestandene Weggefährten und erlesene Gast-Instrumentalisten wie Greg Morrow (Schlagwerk), Glenn Worf (Bass), Richard Bennett, Audley Freed (beide: Gitarren), Dan Dugmore (Pedal Steel), Brad Paisley (Slide Guitar), Charlie Judge (Lap Steel, Tonnen von Tasten), Aubrey Haynie (Mandoline, Fiddle), Vince Gill & Zac Brown (Background- & Duett-Gesang) bereiten das saiten-gestählte Lager für Crowe’s schneidend-schmeichelnde Stimme, die sie in fast schon verboten eingängigen Melodien strahlen lässt. Aber auch textlich weißt sie den Country-Ton perfekt zu treffen, gute Ratschläge („but tonight it sure feels like we oughtta be drinkin‘“), weise Erkenntnisse („You won’t always be homecoming queen!“), wehmütige Trennungsgefühle („I get homesick for anywhere but home“) und herzzereissende Oden an lebenswichtige Schminkutensilien („Thank god they make waterproof mascara, cause it won’t run like his daddy did“) werden gleichermassen emotions-echt dargereicht, zu nachfühlbarem Leben erweckt von einer ebenso erfahrungsreichen wie ehrlichen Stimme, die die Worte direkt ins Herz tropfen lässt. Aber selbst auf die größten Emotions-Momente, auch nach der breiten, satt streicherumsäumten Sonnenuntergangs-Ballade folgt ein neuer Morgen, lässt Sheryl die rasanten Riff-Reiter aufsatteln, den Twang-Turbo starten, und reißt uns mit ins packende Honky-Tonk/Roots-Rock-Leben. Leises (und lautes) Nicken in Vorbilder-Richtungen von Dylan’s Knocking On Heaven’s Door über Petty’s Free Fallin‘ bis hin zu Fleetwood Mac’s Don’t Stop steht den Sheryl-Songs gut, aber es ist vor allem die klassische Crow, die durch die Country-Erdung neuen Schwung gewinnt. Und nach dem 25. Hören kann ich glaubwürdig behaupten: Ein rundes, reifes Album, das gekonnt den weiten Bogen vom Dienstagabend-Music-Club bis in ehrwürdige Nashville-Gefilde schlägt, und uns doch die pure Sheryl schenkt. (cpa)

noch mehr von Sheryl Crow