Delbert McClinton: Outdated Emotion - Hilfe
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Delbert McClinton - Outdated Emotion

Cover von Outdated Emotion
Delbert McClinton
Outdated Emotion

Label Thirty Tigers
Erstveröffentlichung 13.05.2022
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 24,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Das texanische Rootsrock-Urgestein ist stolze 81 Jahre alt und legt im, äh, Herbst seiner Karriere ein Album mit Coverversionen vor. Da sind die Erwartungen bei aller Liebe und Heldenverehrung überschaubar aber was soll ich sagen: Diese „Outdated Emotions“ sind grandios gelungen und der Meister präsentiert sich auch nach unglaublichen 65 Karrierejahren in lässiger Altersform. Stimmlich tipptopp, die Songs mit sicherer Hand ausgewählt und von einem kompakten Könner-Band perfekt oldschoolig in Szene gesetzt. „Stagger Lee“ mit R&B-Gebläse, Hanks „Setting The Woods On Fire“ mit Fiddle und Co-Sängerin hart auf den Spuren des swingenden Originals. Die Eckpfeiler heißen Blues, R&B und Soul: Songs von Jimmy Reed, Ray Charles und John Lee Hooker („One Scotch, One Bourbon, One Beer“ mit swingendem Honkytonk-Piano) treffen auf strammen Vintage Rock'n'Roll (Little Richards „Long Tall Sally“) mit Sax. Am besten gefallen mir die Country-Nummern im authentischen 50er Jahre-Style Hank Williams wird folgerichtig gleich dreimal souverän geehrt. Beeindruckend auch die Liste der beteiligten Musiker*innen:
Chris Scruggs (Loretta Lynn, Kacey Musgraves), Jimmy Stewart (Rascal Flatts, Dolly Parton), „Slap“-Bassist Mark Winchester (Emmylou Harris' Nash Ramblers), Stuart Duncan an der Geige (Alan Jackson, George Strait), Danny Flowers an der Mundharmonika (Eric Clapton), Jim Hoke am Saxophon (Paul McCartney) und die Background-Sängerinnen Wendy Moten (The Voice, Staffel 21) und Vicki Hampton (Thomas Rhett, Mickey Guyton). Ich freue mich tatsächlich schon auf ein hoffentlich kommendes nächstes Album, es wäre sein 28. Longplayer. (Joe Whirlypop)

Ein Album, daß die Roots-Traditionen, seine Wurzeln feiert, mit alten Klassikern, alten Lieblings-Songs von ihm, bekannt durch Leute wie Lloyd Price (Stagger Lee), Hank Williams (gleich dreimal, u.a. Jambalaya, Move It On Over), Ray Charles, Jimmy Reed (2x), Little Richards (Long Tall Sally), sowie 5 eigenen Stücken. Top-Songs ohne Ende also (auch einige der Originale), von ganzem Herzen und authentisch interpretiert. Ich hätte nicht unbedingt erwartet, daß er mit seinen 81 Jahren nochmal solch ein tolles Werk raushaut, spielfreudig ohne jeden Egotrip, kongenial und ganz traditionsorientiert instrumentiert, alle 15 Tracks ohne jeden Schnickschnack und auf den Punkt gespielt, musikdienlich wie nur was. Und seine Stimme ist fabelhaft gealtert! 2 der vielen Blues/R´n´B-Nummern (die eindeutig in den 50ern beheimatet sind, „zeitloser“ Electric Blues zum Beispiel, teils stripped to the bone und/oder neben Gitarren- auch Piano-zentriert) wie einer der 4 puren Country-Nummern (vor allem a la frühe 50er) atmen einen Hauch Proto-Rock´n´Roll, Long Tall Sally ist natürlich reiner ursprünglicher R´n´R (mit einem Sax-Solo, Bläser tauchen ansonsten nur noch einmal auf), die Country-Stücke kommen relativ relaxt oder recht flott und immer erdverbunden rüber (Pedal Steel, Fiddle, Akustik- oder E-Gitarre reichen neben der Rhythm Section aus, u.a. Stuart Duncan machte mit), einer der Songs könnte fast für frühen bluesigen Randy Newman durchgehen (eine Piano-Ballade, wobei: Balladen sind absolute Mangelware hier), ein, zwei Tracks verfügen über eine kleine Prise Jazz-Einfluß, und sporadisch gibt es kleine New Orleans-, Cajun- oder Doo Wop-Spritzerchen. Top-Cracks sorgen für die Begleitung, die Musiker spielten u.a. für Emmylou, Loretta Lynn, Clapton, McCartney. Klasse Stoff, der mir mächtig viel Spaß macht, eindeutige Empfehlung! (detlev von duhn)

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