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Phil Shoenfelt: Cassandra Lied - Hilfe
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Phil Shoenfelt - Cassandra Lied

Cover von Cassandra Lied
Phil Shoenfelt
Cassandra Lied

Label Sireena
Erstveröffentlichung 10.01.2020
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Der meritenreiche, seit vier Jahrzehnten in der unabhängigen Musikszene aktive britische Singer-Song-Rocker mag nicht immer in der ersten Reihe des Publikumsinteresses gestanden haben, dass er aber immer noch zur ersten Garde seiner Zunft zählt, belegt das 2020 beim gestandenen Rock-Label Sireena erscheinende Vollwerk ebenso fast nebenbei wie bemerkenswert nachhaltig. Weit davon entfernt, mit ausladend dramatischen Gesten zu arbeiten, pflegt der Khmer Rouge-Gründer und Weggefährte solcher musikalischer Größen wie Mark E. Smith und Nick Cave hier die gelassen Hochkunst des dezent roh rockigen Geschichtenerzählers, dabei auf eine feste Basis aus klaren (E-) Gitarren-Akkorden und gekonnt treibendem Schlagwerk bauend, die seine natürlich eingängigen Gesangsmelodien ins perfekt passende (Garagen-) Rock-Licht rücken. Deutlich in der Tradition der rauh-reifen Barden von Lou Reed über Jonathan Richman bis Steve Wynn agierend, den ebenso roh-romantischen wie harmonie-treuen Rock-Ton seiner Vorfahren und Geistesbrüder von Ray Davies über Robert Forster und Nick Cave bis hin zu David Bowie achtend, dabei eine musikalische Vielfalt von reif-griffigem Go-Betweens Gitarrenglanz über zurückgelehntem CCR-Swamp, Byrds-Gitarren-Gleißen, knackigen Kinks-Akkorden und Tom Petty-Country bis hin zu gelassenem Graham Parker-Pub-Punk und vor allem vokalen Ramones-Nähen zelebrierend, die gerade den erfahrenen Vielhörer Staunen macht. Das stets klar gehaltene Rock-Klang-Bild gezielt durch instrumentales Beiwerk auf Keyboard, Saxophon und Mundharmonika bereichernd, weiblichen Bei- und Duett-Gesang zur weich-vokalen Fülle nutzend, ist es aber vor allem die vielschichtige Mitarbeit des Hugo Race-Begleiters Chris Hughes, die dem neuen Shoenfelt-Werk seine ganz eigene Note verleiht, ist es doch nicht nur dessen bekannt begabtes Schlagwerk, das die Songs in allen erdenklichen Geschwindigkeiten untermauert und voranträgt, mit variantenreich vielfarbigen Gitarren-Klängen und Gangarten verleiht er den Songs ein farbenspiel bis hin zum psychedelisch bunten Schillern, trägt sie mit nahezu frippesken (oder heißt es frippösen?) Saiten-Schlieren bis hinauf in gloriose Heroes-Höhen. Die Nähen zum Helden Bowie sucht und findet er dabei nicht nur in den klanglichen Parallelen von I Hate Myself Today, St. David findet sich auch im Text erwähnt und wird im Albumausklang-Bonusbereich mit einer gelungenen Verbeugung vor The Man Who Sold The World geehrt. Ein ebenso reifes wie unaufdringlichtes, dafür umso wirkungsvolleres Singer-Songwriter-Roots-Pub-Rauh-Rock eines gelassenen Könners. (cpa)