Valparaiso: Broken Homeland - Hilfe
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Valparaiso - Broken Homeland

Cover von Broken Homeland
Valparaiso
Broken Homeland

Label Zamora
Erstveröffentlichung 22.09.2017
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 23,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Manche Alben müssen eben erst reifen, bevor ihr wirklicher Wert mit ganzem Gewicht Hirn, Herz und Seele trifft, mitunter muss sich auch der Rezensent an das Gute & Wahre erinnern lassen, ab und an aber ist sogar der ignorant in seiner eigene Suppe vor sich hinkochende Plattenpapst einfach zu borniert, um ein wahrhaft wertes Handwerk zu erkennen. Vielleicht abgeschreckt von der schieren Fülle der klangvollen Namen, die an diesem köstlichen (Desert-) Country-Kunststück beteiligt waren, womöglich auch bereits beruhigt durch die positive Besprechung des bewanderten Rezensions-Kollegen (muss ich nicht mehr hören, hat Detlev schon beschrieben), verschwand das schon optisch beeindruckende Vollwertwerk der Jack The Ripper-Nachfolgeband irgendwo in den weiten Räumen meines Vergessens, und erst heftigstes Nachbohren sorgte für die verdiente Wahrnehmung eines Albums, das ebenso unmissverständlich wie unverkennbar den guten alten Glitterhouse-Geist atmet, dass meine 16 Horsepower- und Lilium-bewohnte Seele vor düsterer Desert-Freude aufjauchzen möchte. Die spürbare Nähe zu den Genannten ist bei dem Quintett um Thomas Belhom nicht völlig überraschend, auch die bemerkenswerte Liste der Beteiligten verstärkt nur noch die Verwandtschaft zum 16 HP/Giant Sand-Kosmos, aber selbst die ebenso prägende, belebende wie beseelende, vor allem stimmlich bereichernde musikalische Mittäterschaft von Howe Gelb, Phoebe Kildeer, Sannon Wright, Marc Huyghens, Julia Lanoe, Dominique A, John Parish (dessen Produktion dem Album seine Americana-Krone aufsetzt) und Josh Haden (der uns hier eine seiner schönsten Weisen jenseits von Spain schenkt) kann nicht sämtliche Vergleiche und Verweise fassen, die mir beim mal zu mal begeisterteren Lauschen dieses Langwerks in den Sinn kommen. Das reicht von naheliegenden PJ Harvey-Nähen über berührende Marianne Dissard-Melancholie und kunstreiche Yann Tiersen-Elemente bis hin zu deutlichen Devotchka-Delikatessen, die vor allem in den gleichermaßen kunst-reich wie dreckig-rauh, ebenso elektrisch-verzerrt wie artifiziell akustisch gereichen Instrumental-Passagen hauchnah spürbar sind, wobei das Basis-Quintett seine meisterliche Begleitungskunst sowohl in rohen Saitenattacken als auch in dezent gebesten Schlagwerk-Sanftheiten zu offenbaren weiß. Ein Desert-Americana-Schmuckstück von beeindruckender, bleibender Größe, dem langjährigen Glitterhouse-Gourmet beherzt und mit bestem Gewissen zum gehobenen Genuss empfohlen. (cpa)


17er. Sie luden sich reichlich hochkarätige Gäste ein, die für Vocals und (eigene) Texte völlig freie Hand bekamen: U.a. Howe Gelb, John Parish (auch Producer hier), Shannon Wright, Marc Huygens, Josh Haden (alle je 2x), Phoebe Killdear (3x). Trotz der vielen Beteiligten wirkt die Musik in sich geschlossen und organisch, unterschwellige Rootseinflüsse mischen sich mit verwehtem Desert-Sound, reichlich Indie-Pop- (Rock) und einigen Post Rock-Elementen, sporadisch Guitar-Pop und einer Art Dream Pop oder gar sowas wie „Dark Noise Desert“, mehrfach mußte ich an die Walkabouts denken oder an Calexico, gelegentlich an z.B. Nick Cave, Giant Sand, 1x auch Cure. Ein Album voller Atmosphäre, hier und da eine gute Prise Drama, schön tänzelnde bzw. rhythmisch bewegliche/federnde Stücke, mal etwas Elegie oder Klangmalerei, je ein feiner tropfender Song wie in Trance und ein dunkel packender, ein paar ausgesprochen spannende Tracks. Und eine angemessen bunte Instrumentierung, neben den gewohnten akustischen/elektrischen Tasten und Saiten u.a. Geige, Theremin (?), Vibrafon, Geige. (dvd)

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