Gentle Lurch: Workingman's Lurch - Hilfe
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Gentle Lurch - Workingman's Lurch

Cover von Workingman's Lurch
Gentle Lurch
Workingman's Lurch

Label Hometown Caravan
Erstveröffentlichung 25.07.2014
Format LP (+CD)
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Der delikat-depressive Desert liegt in Dresden, wehe Wüstenwinde wehen durch die dürren östlichen Weiten, und die Fürsten der Americana-Melancholie kommen aus dem Erzgebirge und aus der Gegend um Chemnitz. Fast bin ich es müde, erneut hervorzuheben, dass auch aus Deutschland ein Alternative Country-Kleinod kommen kann, welches keinerlei weltweite Vergleiche scheuen muss, ja manches internationale Vorbild das Schämen und Fürchten lehren sollte. Das Dresdener Quintett um die beeindruckenden, sich ergreifend ergänzenden Stimmen von Lars Hiller und Cornelia Mothes lässt seine Wüstenweisen in Ruhe reifen, ihrem dritten Album schenkten sie fünf Jahre zur Vollendung, und die hat das 2014er Werk spürbar erreicht. Selten hörte ich einen derart gelungenen, bei aller handgemachten Hemdsärmeligkeit köstlich-klangreichen, von berührender Wehmut getragenen Roots-Reigen, eine 11-Song-Perlen-Kette, die derart emotionsecht und kunstvoll mit den mannigfachen Möglichkeiten zwischen respektvoller amerikanischer Wurzelpflege und den dunklen Seiten des Desert-Country spielt, dass es eine einzige, verletzend-versöhnliche Freude ist. Vorwiegend akustisches Saiten- und Tasten-Instrumentarium webt die mal durchschimmernd kargen, mal nahezu opulenten Arrangements, die schon allein das Herz des Freundes trister Trauer schmerzlich höher schlagen lassen, in hymnische-hehre Himmelshöhen aber wird es getragen, wenn die vokalen Protagonisten in intensiver Einsamkeit oder umgarnendem Paarlauf den Wüsten-Weisen ihre karg-kostbare Krone aufsetzen. Zwischen mageren Melancholie-Momenten und üppigen Streicher-Sternstunden großer Tragik, zwischen sanft fließender Filigran-Akustik, schleppender Schwermut und plötzlichem Aufblitzen ansteckender Lebensfreude entwickelt sich ein Americana-Amalgam, das die Vergleiche mit den Tindersticks oder Lampchop mehr als verdient (zumal Lars Hiller’s atemarmer Umgang mit den Worten mitunter fast unwiderstehlich in diese Richtung weist), aber auch ohne diese bestens wirkt. The Gentle Lurch spielen in einer Alt.-Country-Klasse für sich. (cpa)

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