Slim Cessna's Auto Club: Unentitled - Hilfe
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Slim Cessna's Auto Club - Unentitled

Cover von Unentitled
Slim Cessna's Auto Club
Unentitled

Label Munich
Erstveröffentlichung 15.04.2011
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 5,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

2011er Album der Gralshüter des Denver Sound, aufgenommen und produziert von Bob Ferbrache in den legendären Absynthe Studios, wo schon die klassischen 16 Horsepower Scheiben ihren Ursprung hatten. Und genau so geht es auch los: rurales Instrumentarium, ein dominantes Banjo empfängt uns und entführt uns sogleich in eine dieser aberwitzigen, fast schon alptraumhaften, psychotischen Geschichten eines ländlichen Amerikas, dessen Abgründe direkt neben der heilen, tief-gläubigen Welt lauern. „One Fila Brasileiro“ heißt der Opener und er setzt Maßstäbe, vermutlich das beste Stück Gothic Americana, das seit „Black Soul Choir“ geschrieben, bzw. aufgenommen wurde, nur ein wenig bösartiger. Überhaupt verwundert, wie David Eugene Edwards, bekanntlich streng gläubiger Christ einer der dicksten Kumpel dieser Horde von Blasphemisten sein kann, deren Texte und Geschichten so delirierend/alptraumhaft sind, wie vielleicht vorher nur der „Country Death Song“ der Violent Femmes. Diese Platte hier ist durchgängig exzellent, ob die treibenden Rocker „The Unballed Ballad“ oder „Do You Know Thee Enemy“, das psychedelische „Thy Will Be Done“ mitsamt Sitar-Intro oder der Cajun-Waltz „United Bethren“ als perfekter Closing Track, Old School-Harmonium inklusive. Herauszuheben ist dennoch das epochale „Hallelujah Anyway“, eine packende Story eines angehenden Priesters, der sich über sieben Minuten lang der Zwangsbegattung der einzigen Tochter eines dörflichen Honoratioren zu erwehren hat. Hier werden alle Register gezogen, zwischen Wahnsinn und Verzweiflung pendelnder Call and Response Gesang des jungen Priesters und des Honoratioren („Mr. Beerbohm“), eingebettet in ein relaxt, aber zwingend groovendes Alt.Country Gerüst, zu dem sich in den passenden Momenten klassisch-schöner Gospel Chorgesang gesellt. Da diese Stories sich ja nicht aus dem Nichts entwickeln, habe ich jedenfalls beschlossen, für meinen Teil lieber nicht als Fremder im ländlichen Colorado mit einer Autopanne zu stranden, sondern noch möglichst oft diesem herausragenden Album, Kopfkino inklusive, zu lauschen. (lrm)

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