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Robert Plant/Alison Krauss: Raising Sand - Hilfe
hilfe

Robert Plant/Alison Krauss - Raising Sand

Cover von Raising Sand
Robert Plant/Alison Krauss
Raising Sand

Label Rounder
Erstveröffentlichung 19.10.2007
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 8,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Lasst es mich vorsichtig ausdrücken: Das Trio-Werk des Jahres. Ach was sag ich: Des Jahrzehnts! Was die beiden Hauptakteure unter der Regie des traumwandlerisch verläßlichen T-Bone Burnette hier in 13 Songs erschaffen, ist das ganz große Roots-Kino, in den Hauptrollen: Robert Plant (als der virile, weise, erfahrene Mann), Alison Krauss (die verführerische Unschuld vom Lande) und Burnette (der Spiritus Rector, der alle Fäden in der Hand hält). Seit Jahren schon hat sich der CD-Inhalt meines schmalen Insel-Koffers nicht mehr geändert, jetzt ist die Zeit gekommen, ein neues Album für die Ewigkeit/Einsamkeit hinzuzufügen.

Was sich hier auf leisen Sohlen, fast zurückhaltend, nähert, ist der in Erfüllung gegangene Wunschtraum eines jeden Roots-Kenners: Eine von Reife geprägte, von dezenter Instrumentierung getragene, von zwei sich aufs Prächtigste ergänzenden Stimmen belebte, mit allen Wurzelwassern gewaschene Kollektion handverlesener Song-Lieblinge, die sich bereits bei der ersten Berührung tief, ganz tief unter die Haut gräbt. Mit der erlesenen Unterstützung von Jay Bellerose (Drums), Dennis Crouch (Acoustic Bass), Marc Ribot (Electric Guitar, Banjo, Dobro), Greg Leisz (Pedal Steel), Alison Krauss (Fiddle), Patrick Warren (Keyboards, Organ), Norman Blake (Acoustic Guitar) und Mike Seeger (Autoharp) - stets in kleinen, überschaubaren Besetzungen dargereicht – vereint Burnette Elemente von frühem Blues, fieberndem Desert-Country, knochentrockenem Rock’n’Roll, mexikanischer Hitze, elfengleichem Roots-Pop und sanftmütigem Folk zu einer ebenso uralten wie zeitlosen Melange, die vor Intensität kocht. Eben noch schwebte Gene Clark’s Polly, losgelöst von Zeit und Raum, in vor Hitze zitternden Wüstenweiten, da treibt uns das Gone, Gone, Gone der Everly Brüder mit rohem Rock’n’Roll den Tanzschweiß auf dieStirn; weich wie eine Wolke läßt Alison’s Stimme Tom Waits’s Trampled Rose über einen in mystischen Voodoo-Farben pulsiernden Teppich erblühen, um dann das Feld freizugeben für Naomi Neville’s Fortune Teller, in dem die Gitarren ein mitreißend verzerrtes Robert Rodriguez-Tex-Mex-Fest feiern; Townes Van Zandt’s Nothin’ schließlich ist die finale Vereinigung von knochendürrem Folk und einer tonnenschweren, Mauern-brechenden E-Gitarren-Macht.

Ihren ganz eigenen, unwiderstehlichen Zauber aber gewinnt diese wundervolle Song-Kollektion durch die vollendete Harmonie, in der sich die beiden so grundverschiedenen Stimmen ergänzen, befruchten, umspielen. Ob im wechselnden Lead-Gesang, als sich umgarnendes Duett, oder dezent im Hintergrund agierend: Robert’s Blues-gegerbte, Rock-geschliffene Stimme strahlt eine Soul-Energie aus, die auch den größten Plant–Verehrer staunen lässt, und die zauberhafte Alison ist die Elfe, der Engel zu Plant’s lebenserfahren-irdener Energie.

Ein Album für die Ewigkeit. (cpa)